Schräger als Fiktion
Vorschläge für das Ende
Die Krimischriftstellerin Kay Eiffel denkt darüber nach, wie sie ihren Hauptcharakter Harold Crick am besten ins Jenseits befördert. Und der Arme muß sich ihre Versionen mit anhören. Natürlich ist er in Panik und versucht seinem Schicksal zu entkommen!
Haben Sie Lust, ihm dabei zu helfen, wollen Sie noch ein bisschen Katz und Maus mit ihm spielen oder bestehen Sie darauf, ihn zum Opfer zu machen? Ist übrigens eine Charakterfrage, bei der Sie sich besser kennenlernen ... So lautete unsere Aufforderung, eine Alternative zum Ende zu schreiben.
Vielen Dank für Ihre Vorschläge! Unter allen Einsendungen haben wir 5 Sets mit je 2 Kinokarten verlost und drei wertvolle Tombows-Stifte, die, mit denen gute Schriftsteller schreiben!
Die Rechte an den folgenden Texten liegen bei den Autoren.
Ihre Vorschläge für das Ende
- Max Neumann
- „50, 51, 53, man zählt, überspringt zwischen den Zahlen Unendlichkeiten, die in unendlich vielen Unendlichkeiten durch eine Unendlichkeitswelt schwirren, in der nichts anderes geschieht.
In New York spielt sich zum Glück mehr ab, hier liegt irgendwo in der Mitte der 50. und 51. Straße die Radiostadt, eingefasst in einen der tausend Türme Manhattans, die nachts, wenn das Geld gähnt, Schein und Sehnsucht auf die Straßen weht.
Auf den Stufen in diese endliche Welt ist in einer verwöhnten Augustnacht Harold Crick geboren, als die Wehen seine nach Entleerung schnappende Mutter stürzten. Mit aller Stärke, die die fragile Frau noch aufbringen konnte, presste sie, gestützt von einem Müllmann…“
Nein, nein, nein, sei still, du! rebellierte Harold gegen die Verfälschung seines Lebensbeginns, das ist ja räudig: hatte keinen Müllmann als Geburtshelfer, sondern mal mindestens ’ne schnuckelige Krankenschwester, außerdem sagte ich der Welt nicht vorm Eingang zu irgendeiner „Radiostadt“ Hallo, sondern ganz gepflegt im Saint Vincents Catholic Medical Centre- aber was soll’s, interessiert dich Gottesspielerin ja nicht. Ein Gräuel bist du. Wenn du denkst, mich entworfen zu haben: falsch! Hast bloß meine Existenz übernommen und willst sie, weil der Diebstahl alleine dir wohl nicht genügt, unter die Erde bringen. Is nicht, das wirste schon sehen. Ich bin- meine Geschichte, gezeugt haben mich zwei gutgefüllte Dicke, die ich bei besserer Laune auch mal Mama und Papa nenne. Mein Leben sind Lügen und Wahrheiten, die du nicht weißt. Aber du schreibst dein Buch, sinnierst larifari über meinen Tod, und ich darf das mit anhören. ‘N Spaziergang ist das nicht. Wir müssen wirklich mal reden, mal sehen, wie du reagierst, wenn du den echten Harold Crick siehst, den Nachbarn aus der Wirklichkeit, der weiterleben will. Jetzt weiß ich auch, wo ich dich finden kann- der eine kleine Hinweis…
Harold ließ eine aufgeblähte New Yorker Sonne zurück, stieg in den Untergrund und glitt in eine menschenpralle Subway mit sommerschweißbeschlagenen Scheiben. Ooh, was liebe ich diese Jahreszeit, murmelte er, Muskelprotze und Fast-Food-Anbeter, denen es das Wetter erlaubt, halbnackt durch New York zu tigern und mir ihre Achseln beinah auf die Nasenhöhlen zu drücken. Hey Mister, schön Abstand halten, ja. So’n Wahnsinn, endlich macht es sich belohnt, dass ich meinen Platten noch nicht geflickt habe.
An der Station Rockefeller Center/50. Straße ließ Harold sich ausspucken, freute sich, dass die New Yorker Abgashitze den Subway-Mief ablöste, besann sich jedoch bald wieder, weshalb er hier war.
Der Wohnort der Schriftstellerin lag einen Block weiter und ihre Klingel hatte Harold schnell gefunden, doch niemand öffnete. Von einem Cafe auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus beobachtete er die Menschen um den Hauseingang und fiel in eine Grübelei.
Du weißt nicht wie sie aussieht, kennst nur ihre Stimme, die dir ihren Namen und ihren Fleck eingesprochen hat. Die weiß bestimmt gar nicht, dass ich sie hören kann. Wäre auch besser wenn nicht, dann würde ich jetzt am Brighton Beach rumhängen und…
Harolds Augen unterbrachen seine Gedanken, und er hechtete nach draußen, auf eine Frau zu, die gerade in das Haus der Schriftstellerin gehen wollte.
„Hey, Misses! Warten Sie mal, bitte!“
Keine Reaktion, Harold beschleunigte seinen Schritt und griff ihren Arm. Ein überraschtes Gesicht drehte sich ihm entgegen, Polizeisirenen quiekten so plötzlich auf, dass er erschrak, aber nicht die Frau, die in Gebärdensprache eine Frage stellte.
Eine Taubstumme, überlegte er, die nur in den Gedanken anderer sprechen kann? Glaube ich nicht. Er zeigte auf das Klingelschild der Schriftstellerin, dann auf die Frau. Bist du das? Sie verneinte. Aus Gesten versuchte Harold eine Entschuldigung zu schütteln, die Taubstumme schmunzelte, zog ihn zur Tür, hauchte an das Glas, schrieb „Du Dummkopf, komm mal mit hoch“ nahm seine Hand und lutschte den Ringfinger.
Überrumpelt nahm er seinen Finger aus ihren Lippen und wurde gleichzeitig geil, doch seine angestauten Fragen überwogen. Schließlich erkannte er, dass sie der Schlüssel für das Haus war.
Seine Schultern zuckten ein „Mal sehn“ und sie gingen hinein. Im Aufzug fand sich ein Board, das verriet, welcher Mieter auf welcher Etage wohnte. Ihr Appartement lag im 17. Stock, mit der Taubstummen stieg er in Nummer 14 aus.
In dem Appartement roch es nach Duftkerze und Gummi. Harold nahm Stift und Papier, schrieb auf, ob sie Frau … aus dem 17. Stock kenne, wisse, dass sie Schriftstellerin
sei- - - in einem einzigen Kichern wischte die Taubstumme den Stift weg, blödelte an Harolds Hosenstall herum und gab ihm Anlass zur Flucht.
Er stolperte in den Aufzug, dachte, mit welcher Beharrlichkeit, dieser Sexdrang der Taubstummen entlockte ihm unweigerlich ein Lachen…
Im 17. Stock klingelte er bei der Schriftstellerin und hörte Geräusche aus ihrer Wohnung.
Ein Türspion, „Fischauge“ war sein Gedanke, stierte ihn an. Jemand fuhr von innen über das Türholz.
„Sähen doch alle Gesichter aus wie durch ein Fischauge, wäre die Welt einen Happs besser. Was meinst du, Mr.-wer-immer-du-sein-magst?“ säuselte eine Frauenstimme. Der Ton schlug um.
„Also- wer ist da? Niemand kommt durch den Eingang ohne Schlüssel oder eine Affäre mit dem Doorman.“
„Harold Crick.“
Hinter der Tür verstummte es.
„Ja, jetzt biste erstmal still, was? Nee, ist ja auch grandios: Markenfälscher, Kunstfälscher, Unterschriftenfälscher, inzwischen fälschen manche schon Websites, aber du, du hast ’ne echte Marktlücke entdeckt: Existenzfälschung. Und zwar die meiner. Komm, mach die Tür auf.“
„Sie machen mir Angst. Niemand außer mir kennt Harold Crick.“
„Oh doch, Süße, ich kenne mich. Aber nich so, wie du mich beschreibst: Radiostadt, ‚Die Geburt auf den Stufen, die in diese Welt führen’… Ein Müllmann, der mal kurz die Hebamme mimt. Dem Ganzen gibste dann Zucker mit Ideen, wie ich sterben soll: Selbstmord, Flugzeugabsturz, Lachgasüberdosis. Die Nummer mit dem Lachgas is ja wirklich ganz lustig, ich beömmel mich auch bald wirklich zu Tode. Spaß beiseite. Mach auf.“
Hinter der Tür hatte es, noch bevor Harold zu Ende gesprochen hatte, einen Schlag getan. Eine gute Stunde stand er lauschend im Flur, bis wieder etwas aus der Wohnung zu vernehmen war und die Frau sagte:
„Hören Sie: Ich weiß, dass das Schreiben und eine übersteigerte Beschäftigung mit den erfundenen Figuren sogar gefährlich werden kann. Aber was hier gerade passiert, ist nicht mehr gefährlich, sondern entweder Zauberei oder der Beweis dafür, dass ich schizophren bin und meine Geschichte in Momenten, an die ich mich nicht erinnere, Ihnen bereits erzählt habe. Die zweite Variante wird die wahre sein. Auch in meiner Erkenntnis, dass ich offenbar psychisch krank bin, besitze ich noch die nötige Normalität, Sie zu warnen: sollten Sie mein Buch verbreiten, ist das Diebstahl geistigen Eigentums, ich habe Rechte. Verschwinden Sie!“
„Nee, ich geh erst, wenn du mir’n paar Fragen beantwortet hast, und zwar Angesicht zu Angesicht, nicht nur durch’s scheiß Fischauge, außerdem: schlag mal im Telefonbuch nach, da findest du mich, weil, ich bin real. Willst du mir dann immer noch verklickern, dass du in ‚Situationen, die du nicht mehr weißt’, zufälligerweise dem Harold Crick von deiner Geschichte erzählt hast, der genauso heißt wie der aus deinem Roman? Geh schon nachschauen, Mensch, is doch erbärmlich.“
Erneut breitete sich Stille hinter der Tür aus, die durch den Schlitz kroch, zu Harold auf die Füße, ihm den Zeh piekste, dass er grummelig raunend aufhüpfte, und sich just zurückzog, als die Schriftstellerin hinter der Tür wieder hörbar wurde.
„Wohnort und Straße?“ fragte sie ängstlich, eine drängende Gier nach Enttarnung eines Hochstaplers meinte Harold unter ihren Worten zu hören.
„Lassen wir das, wie lächerlich. Glaubst du echt an das, was du dir gerade wünschst?“
„Nennen Sie mir Ihren Wohnort und Straße, dann erst mache ich auf.
Er machte die Angabe, Ketten rasselten, ein Knauf klickte, und als sie ihre Gesichter entdeckten, fing die Schriftstellerin an. Etwas Versehentliches entfuhr ihr, wie ein Versprechen, wuchs in ein Kichern und erschöpfte sich in angestrengtem Lachen.
„Weißt du was wir jetzt machen, Harold Crick?“
Er antwortete nicht, beobachtete, wie sich ihre Verfassung in diesem Satz geändert hatte, dass ihr Lachen bloß ein Vorbote gefasster Trauer gewesen war.
„Diesen Verlust werde ich ertragen müssen- wir wollen jetzt Zufall und Zauberei ins Feuer werfen.“
„Was meinst du damit?“
„Die Geschichte wird verbrannt.“
- Siegmar Sondermann
- Harold Crick verabredet sich mit Kay Eiffel in deren Wohnung, um über sein Schicksal und die unglaubliche Sache, die gerade mit ihm geschieht zu reden.
Da Kay Eiffel durch die detaillierten Schilderungen Harolds am Telefon überzeugt ist, dass er die Wahrheit sagt, stimmt sie zu.
Bei dem Treffen versucht Harold, sie zu überreden, ihn am Leben zu lassen, doch aufgrund Ihrer aussichtslosen finanziellen Situation muss sie ablehnen, verspricht ihm jedoch einen schnellen, schmerzlosen Tod.
Harold Crick verlässt Kay Eiffels Wohnung.
Sie sieht ihm von oben durch das Fenster nach und beobachtet, wie er von einem maskierten Mann mit einer Waffe bedroht wird.
Anstatt diesem sein Geld auszuhändigen, scheint Harold Crick Widerstand zu leisten, woraufhin der Maskierte ihn kaltblütig erschießt.
In einem Cafe wartet ein junger Mann auf seine Verarbredung, da tritt ein weiterer Mann an seinen Tisch und begrüßt ihn freudig.
Der andere Mann ist Harold Crick.
"Hier Dan, die 5 Riesen. Hat hervorragend geklappt. Jetzt, wo sie denkt, dass ich tot bin, wird sie eine neue Hauptfigur erfinden müssen und ich habe endlich Ruhe.
Mann, die Jacke musste ich wegschmeissen.
Hab mir das gute Stück mit dem Theaterblut komplett versaut. Aber das ist mir die Sache wert."
Kay Eiffel sitzt an ihrem Laptop.
Auf dem Bildschirm erscheint der Schluss des Romans:
Harold biß hastig in das Croissant, grinste sein Gegenüber an, bekam plötzlich keine Luft, griff sich an die Kehle und verstarb noch vor Eintreffen des Notarztes.
Ende.
Schweißgebadet erwacht Harold Crick, sieht auf die Uhr und dann herüber zu seiner Frau Kay, die gleichmäßig atmend neben ihm schläft.
"Nie wieder lese ich Deine Manuskripte korrektur, davon bekommt man ja Alpträume.
Nie wieder."
- Dennis Fischer
- Harold begegnet dem Literaturprofessor Jules Hilbert. Nach ausführlicher Beschreibung der Stimme in seinem Kopf und einigen Nachforschungen Hilberts teilt ihm dieser mit, es handele sich bei der Stimme um die der Schriftstellerin Kay Eiffel. Jules ist sich vollkommen sicher, da er alles von Eiffel gelesen hat und auch mit ihr bekannt sei. Harold fleht Jules an, ihm die Adresse von Kay Eiffel mitzuteilen. Jules lehnt ab, da er noch länger mit Eiffel befreundet bleiben wolle. Harold bekniet Jules so inständig, dass dieser sich dazu herablässt, Harold die Telefonnummer von Kay Eiffels Agenten zu geben. Harold ruft bei Kay Eiffels Agenten John Miller an. Er gibt sich als Journalist eines Literaturmagazins aus, stößt bei Miller jedoch auf Widerstand. Schließlich muss Harold nachts unter einem falschen Vorwand den Sicherheitsbeamten des Gebäudes überzeugen und bricht im Büro des Agenten ein. Er findet eine Kartei mit sämtlichen Klienten und findet Kay Eiffel – mitsamt ihrer Privatadresse. Der Sicherheitsbeamte ist sich seiner Sache nicht mehr sicher. Er kontrolliert das Büro und findet es aufgebrochen vor. Indessen flüchtet Harold über die Treppe nach unten. Er kann fliehen. Erschöpft beschließt Harold, erstmal ein paar Stunden zu schlafen, nachts würde Kay Eiffel doch nicht ihr letztes Kapital niederschreiben.
Noch in der Nacht wird John Miller verständigt und über den Einbruch aufgeklärt. Neben anderen Klienten informiert er auch Kay Eiffel über den Einbruch. Da er dort kein Geld lagere, könne es sich nur um einen der Klienten handeln. Miller gibt Eiffel die Beschreibung des Täters durch, die er vom Sicherheitsbeamten zuvor erhielt.
Am nächsten Morgen ruft Harold Kay Eiffel an. Er will sie über die Stimme in seinem Kopf und die über Gefahr, der sie ihn ausgesetzt hat, aufklären. Kays Telefon klingelt. Sie nimmt ab, hört Harolds Stimme und legt abrupt wieder auf. Sie ist nervös und rennt in ihrem Apartment umher. Harold versucht es erneut. Kay nimmt den Hörer ihres Telefons nicht mehr ab. Kay beschließt, ihr Apartment erstmal nicht mehr zu verlassen und beauftragt ihren Agenten John Miller damit, ihr sämtliche Lebensmittel und alles, was sie braucht, anliefern zu lassen. Kay verriegelt ihre Tür mehrfach und nimmt sich vor, nur noch den Lieferanten zu öffnen.
Harold hat sich bei der Arbeit krank gemeldet und lauert bereits vor ihrer Haustür. Aber er weiß nicht, wie sie aussieht, in ihrer Akte war kein Foto und die Buchläden sind noch nicht geöffnet. Ein Lieferant kommt. Harold beobachtet das Geschehen und huscht hinter ihm ins Haus. Er folgt ihm bis auf den Flur und wartet ab. Der Lieferant klopft an Kay Eiffels Tür und ruft dabei ihren Namen. Jetzt weiß Harold, dass er es fast geschafft hat.
Kay Eiffel bekommt am Mittag einen Anruf von ihrem Anwalt, der sie an einen Gerichtstermin am selben Tag erinnert. Ihr Scheidungstermin. Mit Anwesenheitspflicht. Kay Eiffel macht sich später für das Gericht fertig und verlässt misstrauisch ihr Apartment. Harold steht hinter einer Ecke und beobachtet sie erst einmal. Kay West trägt einen Hut, der ihr Gesicht unkenntlich macht. Mit leisen Schritten folgt er ihr bis auf die Straße zu ihrem Auto. In einem günstigen Moment holt er sie ein und will sie zur Rede stellen. Kay Eiffel dreht sich zu Harold. „Kay? Kay Towers? Was machst du denn hier?“
Sie schaut peinlich berührt auf den Bürgersteig und schweigt. Harold kommt von selbst drauf. Kay Eiffel ist seine Jugendliebe Kay Towers. „Klar, jetzt erinnere ich mich wieder. Im College hast du immer von Paris geschwärmt alle damit genervt. Ich hätte gleich drauf kommen müssen.“
Harold ist verwirrt, findet schließlich wieder einen klaren Gedanken und erinnert sich, weshalb er überhaupt hier ist. Kay will zunächst ihren Gerichtstermin vorschieben, doch Harold besteht auf eine Antwort. Sie umkreisen dabei Kays Auto. Kay gibt nach und erzählt Harold wie verletzt sie damals war, als er sie im College für Tina Micelli verließ. Harold versteht nicht, was das mit der Stimme in seinem Kopf zu tun hat. Mit der Stimme, die Kay schreibt. Kay erkennt in Harolds Gesichtsausdruck, dass er eben nichts erkennt und erinnert ihn an einen Vorfall aus der Collegezeit. Ein Ex-Freund, Howie Jones, Quarterback, hatte sie ein Jahr vor Harold verlassen. In der Kindheit hatte Kay herausgefunden, dass sie mit dem Schreiben Schicksale verändern kann. Sie schwor ihren Eltern, diese Gabe niemals zu etwas Bösem anzuwenden. Aber damals im College war sie depressiv und traurig und schwach. Und spielte ihrem Howie Jones übel mit.
„Du warst das? - - - Ich glaub’ es einfach nich’. Warum hast du bei mir so lange gewartet?“ Kay schweigt zunächst wieder. “Ich habe dich damals sehr geliebt. Und gehasst. Für das, was du mir angetan hast. - - Anfangs wollte ich mich an dir rächen. Die Polizei hätte mich nie verdächtigt. Ich habe einfach zu lange unter unserer Trennung gelitten. Damals war ich mir sicher, dass wir eines Tages heiraten und Kinder bekommen würden. - - Im letzten Kapitel, hatte ich plötzlich die Hoffnung, du würdest herausfinden, wer ich bin und mich finden. Damit ich dich vor deinem Tod noch ein letztes Mal sehen kann.“ Harold bittet Kay um Entschuldigung, aber nichts hilft. Kay scheint entschlossen, Harold nach dem Gerichtstermin zu töten. Obwohl sie soeben erkannt hat, dass Harold ein guter Mensch ist. Harold überlegt mittlerweile, ob er sie töten soll, um das Fortschreiben ihres Romans zu verhindern. Aber schüttelt nur den Kopf. Er weiß, er war dazu nicht in der Lage. Außerdem ist er sich nicht sicher, ob Kays „Fluch“ weiterwirken würde – bei Kays Tod würde das Stillstand für immer bedeuten. Es gibt da auch noch ein Problem mit dem Gesetz… Schließlich sieht Harold sein Unrecht von damals ein. Sein Gefühl zu Kay ändert sich von Angst in Dankbarkeit. Sie hat ihm klar gemacht, was er damals verloren hatte. Er spürte eine aufkeimende Zuneigung für Kay. Er bittet sie, ihn nicht zu töten. „Du warst bereits tot. Grade eben. Vor ein paar Sekunden. Jetzt sehe ich, dass du neugeboren bist. Du bist jetzt ein guter Mensch. - - Aber das wird Dir nichts mehr nützen. Es ist zu spät, ich habe mich entschieden.“ Harold fühlt sich ohnmächtig. Er kann nichts unternehmen. Indessen bekommt Kay einen Anruf von ihrem Anwalt. Der Gerichtstermin ist aufgrund von Krankheit des Richters vertagt worden. Kay sieht Harold noch einmal an, diesmal mit ein wenig Mitleid. Sie verschwindet in ihrem Hauseingang. Harold sitzt am Bordstein. Er fühlt sich seltsam erleichtert, jetzt wo er weiß, was geschehen wird. Er dachte über die Collegezeit nach und wie er sich mit vielen Mädchen eingelassen hatte. Plötzlich wird es ihm klar. Er liebt Kay Towers noch immer.
Sie war die Lücke in seinem Leben. Aufgeregt stürmt er die Treppe zu Kays Apartment hinauf und hämmert an ihre Tür. „Kay, es ist mir jetzt klar geworden. Ich liebe dich.“ Kay wittert hinter Harolds Verhalten ein Ablenkungsmanöver. „Es stimmt tatsächlich, ich sage es nicht nur so. Kay, bitte lass mich herein. Ich will mit dir reden.“ Kay will hören, was Harold zu sagen hat. Sie sitzen sich im Wohnzimmer gegenüber, Harold gestikuliert wild. Kay tut unbeteiligt und will nicht von ihrem Standpunkt ablassen. Harold ist nun wieder aufgewühlt und verlässt Kays Apartment. „O.k., ich werde nie wieder ein Wort über dich schreiben.“ Harold konnte es nicht mehr hören, sie erreicht ihn nicht. Kay setzt sich wieder in ihr Sofa und ist über die ganze Situation verwirrt. Harold ist im Fahrstuhl und ist enttäuscht. Kay springt plötzlich auf und geht in die Arbeitszimmer. Harold kommt aus der Haustür und überquert die Straße. Kay scheint ihr soeben abgegebenes Versprechen umgehend zu brechen, klappt ihr Notebook auf und beginnt auf ihrer Tastatur etwas zu tippen. Harold hat das Gefühl, dass etwas in seinen Ohren ist, kratzt sich mit einem Finger und geht weiter. Kay tippt zu Ende – mit einer ausholenden Geste beim letzten Zeichen. Sie rennt zum Fenster und sieht Harold auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Harold erschrickt und bleibt plötzlich stehen. Er dreht sich um und schaut nach oben zu Kays Fenster. Ihre Blicke treffen sich und lassen nicht voneinander los. Dann rennt Harold los. Autoreifen quietschen, die Haustür knallt zu. Durch den Hauseingang läuft er auf den Fahrstuhl zu, drückt hektisch ein paar Mal den Knopf und entscheidet sich doch für die Treppe. Harold stößt keuchend die Tür zu Kays Flur auf. Kay steht bereits im Flur vor ihrem Apartment und erwartet Harold, weiß aber nicht, was er sagen wird. Harold geht langsam auf Kay zu und fragt „Stimmt das wirklich, Kay?“ Ja, Harold. Ich liebe dich auch immer noch.“ Harold bleibt vor ihr stehen, zögert einen Moment lang, schließt sie aber dann umso leidenschaftlicher in seine Arme. Sie küssen sich und verschwinden in Kays Apartment. Kay änderte in ihrem Roman Harolds Namen und benannte ihre Story „Stranger than fiction…is love“. Auf ihrer Hochzeit war Jules Hilbert Kays Trauzeuge. Auch Howie Jones, der sich an Kay fast nicht mehr erinnert, wurde – als Wiedergutmachung eingeladen. Er humpelte sich über das Hochzeitsfest und amüsierte sich.
- Birgit Kugler
- Harold versucht herauszufinden, wessen Stimme das ist. Er wendet sich an Jules Hilbert, der sich alles Gehörte berichten lässt und schlussendlich auf Kay kommt. Harold ist bestrebt seine Widersacherin zu verstehen und fängt an ihre Bücher zu lesen. Das Opfer des ersten Buches kann sich plötzlich über Harold an Kay rächen. Sie hört die Stimme des Opfers und es passieren ihr Dinge, die nicht schlimm oder tragisch sind, die aber eindeutig mit dem Buch oder dem Fall zu tun haben. z.B. sieht sie nur noch schwarze Katzen, weil das erste Opfer auch eine hatte. Oder rote Autos, weil darin der Mörder sass. Nachdem Harold das zweite Buch von Kay gelesen hat, hört sie zwei Stimmen und die Vorkommnisse häufen sich. Alle Frauen um sie herum tragen nur noch Netzstrumpfhosen, weil das zweite Opfer damit stranguliert wurde. Dann folgt das dritte Buch, die dritte Stimme, etc. Da sie eine erfolgreiche und intelligente Autorin ist, gibt es viele Mord-Bücher und sie entdeckt schon bald, dass sie kein weiteres Opfer sterben lassen, um diesen Wahnsinn zu stoppen. Nur, wie kann sie die Erscheinungen wieder rückgängig machen. Da wendet auch sie sich an Jules Hilbert und er gibt ihr den Tipp Liebesromane zu schreiben und für jedes Krimi-Opfer ein Baby in den Romanen als Wiedergutmachung zu erschreiben. Die Welt um Kay herum neutralisiert sich wieder, Kay und Harold lernen sich bei Jules Hilbert, eingefädelt natürlich, kennen und lieben. Gesagt, getan. Ende gut, alles gut.
- Gisela Schäfer
- In einem New-Age-Seminar erfährt Harold, dass intensive gemeinsame Gedanken einer Gruppe sich nach kurzer Zeit manifestieren.
Er regt daraufhin die anderen an, mit ihm zusammen eine Gestalt namens Katherine Smith zu "erschaffen", die sich mit Kay anfreundet und dieser immer genau das antut, was diese mit anderen machen will.
Wenn Kay jemanden anruft, bekommt sie unmittelbar darauf einen Anruf von Katherine.
Als Kay ihrem Bruder einen Brief schreibt, erhält sie Post von Katherine.
Als sie ihrer Freundin Mary ein Päckchen schickt, bekommt sie eins von Katherine.
Solche Geschehnisse wiederholen sich so oft, dass Kay auf einmal begreift, was ihr droht, wenn sie Harold tötet.
Natürlich ist sie nicht lebensmüde...
- Susanne Hagedorn-Menge
- Harald Crick empfindet sich schon seit Wochen wie ferngesteuert und immer häufiger hört er Stimmen. Sein Psychiater Tom Barnes tappt lange Zeit im Dunkeln, bis er ihn eines Tages mit seinem Golfpartner Jules HIlbert bekannt macht. Jules ist Literaturprofessor. Crick ist begeisterter Leser und Hobbyautor und zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft. Hilbert vermittelt einen Kontakt mit der jungen Schriftstellerin Kay Eiffel. Bei ihrem ersten Treffen sind beide überrascht sich zu kennen. Kay ist bestürzt in dem sympathischen jungen Mann ihrem "Mordopfer" zu begegnen, Harald erkennt ihre Stimme als diejenige, die ihn seit Wochen begleitet. Kay erzählt ihm von ihrem Krimi und beide sind entsetzt über den Verlauf der fiktiven Handlung. Trotz aller Bemühungen gelingt es Kay nicht den Plot zu ändern. Anhand ihrer realen Erlebnisse wird beiden klar, dass sich der Roman und damit Haralds Leben auf seine letzten Kapitel zu bewegt. In dieser verzweifelten Situation besucht Harald Jules noch einmal. Jules empfängt ihn in seinem Arbeitszimmer, wird aber von im Hause arbeitenden Handwerkern für längere Zeit in Anspruch genommen. Während Harald auf Jules wartet, blättert er in einem Manuskript das er auf dem Schreibtisch gefunden hat. Zunächst hält er es noch für die Arbeit eines von Cricks Studenten, aber im Verlauf des Lesens wird ihm klar, dass nicht Kay die Schriftstellerin ist, die den Plot entwickelt hat, sondern das Jules der wirkliche Autor ist, und sowohl er als auch Kay seiner Phantasie entsprungen sind und Jules mit ihnen sein grausames Spiel treibt. Hastig steckt er das Manuskript ein und flieht über die Terassentür zu Kay Eiffel. Gemeinsam verändern sie den Plot dahingehend, dass Jules Hilbert das Moropfer wird. Er wird von einem der Handwerker erschlagen, der sich als sein unehelicher Sohn herausstellt, dessen mittlerweile verstorbene Mutter alkoholkrank wurde, als Hilbert sie verlassen hat. Der von Kay Eiffel und Harald Crick gemeinsam geschriebene Krimi hat einen solchen Erfolg, dass er unter dem Titel "Schräger als Fiktion" verfilmt wird.
- Bernhard Zunkel
- Kay will den armen Harold töten, der nun wierum versucht Kay am Fertigstellen des Scriptes zu hindern!
"Okay", denkt sich Harold, "Thriller haben wir genug. Keine Sau will das sehen. Machen wir es auf die seichte Art. Die gefällt jedem Produzenten."
Also versucht er Kay zu verführen, in der Hoffnung, die Autorin schreibt für Muse Harold das Script um.
Zu blöd, das Kay mit dem Verleger pennt, Harold eine biertrinkende, chipsessende Lusche und Egomane ist.
"Das sind ja gleich zwei Hindernisse auf einmal!", schreit Harold und beschließt einen auf Pro Kay zu machen.
Er engagiert sich politisch, geht mit Kay auf jede Demo, zeigt Verständnis für seine Mitmenschen....
Der echte Harold trennt sich so von dem fiktiven. Letzteren lässt Kay tatsächlich sterben und verliebt sich in den real gewordenen Harold.
- Joe`Bergmann
- Ganz einfach: Er beginnt ein Manuskript zu schreiben, denn er will sich ja nicht zum Idioten erklären. In diesem Manuskript beschreibt er die tiefsten sexuellen Sehnsüchte einer Frau und trifft damit die Autorin natürlich ins Herz. Er schickt ihr dieses Manuskript per Post. Sie liest es und fin det keine ruhige Minute mehr. Letztendlich endet sie beim Psychiater und der rät ihr: Sex mit Harold. Später wird sie seine Frau, die Mutter seiner Kinder und er Schriftsteller.
- Barbara Walter
- Ich würde die beiden sich verlieben lassen. Da die ganze Geschichte ein Märchen ist, ist es auch möglich, dass sich die schreibblockierte Schriftstellerin und Harold Crick zufällig treffen, sei es in einem Cafe, in einem Bistro oder in einem Restaurant. Das läuft dann ungefähr so ab: sie sehen sich, sie verlieben sich. Harold erzählt ihr seine tatsächlich erstaunliche Geschichte, sie erkennt ihn und ... sie lässt ihn leben. Die Geschichte bekommt ein neues Ende im Sinne von Ende gut, alles gut und sie wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch lange.
- Birgit Jennerjahn
- Kay schreibt und Harold erlebt alles etwas zeitversetzt. Die minimale Zeitspanne nutzt er, um in ihr reales Leben zu treten. Sie verlieben sich und auf dem Höhepunkt ihres Glücks eröffnet Harold der ahnungslosen Kay, dass sie nun den Champagner alleine austrinken müsse, es sei Zeit für ihn, zu sterben, denn so steht es im Manuskript.
Depressive Monate begleiten die Schriftstellerin, hat sie doch ihre große Liebe getötet. Ihr Krimi ein Bestseller - für sie die Hölle. Täglich trauert sie am Grab des Geliebten und sieht im Freitod die einzige Chance.
Doch wie das so ist im realen Leben: Auf dem Höhepunkt des Leidens kommt ihr eine Idee: Da sie nichts zu verlieren hat, versucht sie, ihren Geliebten schreibend wieder zurückzuholen. Ihr persönlicher Cliffhänger also!
Am Ende wird nicht nur die Prämisse "Liebe versetzt Berge" bewiesen, sondern auch dargestellt, welche Macht das geschriebene Wort hat.
Ein Film, der allen verzweifelt schreibenden Mut macht!
- frank bonse
- Harold trifft Kay (wie ja auch schon im Trailer angedeutet) und regt sich fürchterlich darüber auf, dass ihr nichts besseres als sein Ableben einfällt. Es entsteht eine Szene wie zu Beginn von Cyrano de Bergerac, wo er ihr aus dem Stehgreif zwanzig kreative Wendungen aufzählt. Kay ist sehr beeindruckt und Harold wird ihre Muse und so endet dieser Roman damit, dass sie durch ihn Inspiration für Jahre bekommt. Für die Mädchen dürfen sie sich auch verlieben und ein Paar werden. Aber wenn schon, dann sollten sie auch Kinder kriegen - auch wenn der Plot nicht in Deutschland angesiedelt ist ...
- Sylvia Aevermann
- In seiner schier aussichtslosen Lage, beschließt Crick, alles zu tun, um dem Leben zu huldigen. Er geht zum Samenspenden, pflanzt Bäume, geht zu einer Selbsthilfegruppe für Selbstmordgefährdete, um Fürsprache über den Glanz und die Kostbarkeit des Lebens zu halten und besucht Totenmessen, um sich mit dem scheinbar unabwendbaren Schicksal auseinander zu setzen.
Sein Psychoanalytiker erklärte ihm, er sei mit seinem höheren Selbst in Kontakt und er müsse sich selbst davon überzeugen, dass er das Leben verdiente. Ein Priester erklärte ihm, er sei von einem Geist besessen, doch die Austreibungszeremonie ließ die Stimme nur lauter werden. Crick besucht Anhänger verschiedener Religionen, Taoisten, die ihm beteuern, das Schicksal sei unabwendbar, eine Sekte die ihm sagt, er müsse Selbstmord begehen, um diesem Schicksal zu entkommen. Ein Hypnotiseur bringt ihn in Tiefenhypnose und findet heraus, dass die Erzählstimme einem Schriftstellergehirn entspringt und er den Quellsprung dieser Stimme finden müsse.
Crick fragt einen befreundeten Arzt, ob er nicht vorübergehend sterben könne, um dann wiederbelebt zu werden. Sein Freund belächelt seine Frage, - das gäbe es nur im Film.
Vor Cricks geistigem Auge rollen sich Dutzende Arten von Sterben ab.
Eine Wahrsagerin erklärt Crick, in der mexikanischen Wüste, würde er die Antwort auf sein Problem finden. Crick besucht die Wüste, sitzt meditierend auf einem Hügel, als ein Indianer sich schweigend zu ihm setzt.
Crick erzählt ihm seine Lebensgeschichte und der Indianer lächelt.
„Dein Geistführer sitzt eine Meile von hier, in ebendiesem Sand“, fängt der Indianer schließlich zu sprechen an. „Ein Traum sagte ihr, dass die Lösung in der Wüste zu finden sei!“
Crick springt auf und geht gemeinsam mit dem Indianer zu der Stelle, wo die Frau sitzt.
Im Sand sitzt Kai Eiffel und blickt ihn aus verweinten Augen an.
„Hi!“, sagt Crick zu ihr. „Ich bin Harold Crick. Bitte lassen sie mich nicht sterben!“
In dem Moment, als Kai zu sprechen anfängt, versiegt die Geiststimme in Cricks Kopf.
„Ich könnte meinen Protagonisten ja Norbert Austin nennen!“
- Inge Stanzer
- Jules Hilbert steckt Harold Crick die Adresse eines Computer Hackers zu. Hilbert selbst hat diesen auch für seine Zwecke einmal bezahlt. Crick erklärt dem Hacker seine Notlage und obwohl ihm dieser nicht glaubt, klinkt er sich in den PC von Kay Eiffel ein und löscht den Namen Harold Crick aus sämtlichen Dateien. Er gibt eine Sperre ein, sobald dieser Name getippt wird. Als Kay Eiffel sich an ihren PC setzt und weiterschreiben will, blinken unter dem Namen ihrer Hauptfigur lauter rote Feuerzeichen. So sehr sie auch versucht, den Namen wieder einzufügen, es gelingt ihr nicht. Erst als sie einen anderen Namen eingibt, lässt es der Computer zu und überträgt diesen Namen ohne ihr Zutun auf den gesamten Roman. Der Name lautet auf Harry Krick. Sofort fällt eine unendliche Last von Harold Crick und er spürt seine Befreiung. Unterdessen ist ein Friedhof zu sehen und ein Grabstein, auf dem der Name Harry Krick zu lesen ist mit einem Text: 1.4.1964 - 5.12.2006 In Gedenken an unseren lieben Freund Harry, der auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist.
- Sandra Hausser
- Harold Crick bedient sich eines Tricks, er beginnt selbst einen Roman zu schreiben in dem er mit dem Leben von Kay Eiffel jongliert, letztendlich können die beiden Werke zu einem Happy-End zusammenfließen.
- Christine Neumeyer
- Hallo Professor Hilbert, haben Sie mit ihr gesprochen, haben Sie sie davon überzeugen können, dass ich nicht sterben darf. Was hielt sie von dem Vorschlag, mich in die Bäckerin zu verlieben?"- Harolds Stimme überschlug sich.
"Halt, mein Freund. Nicht so schnell. Nun, es ist mir in der Tat nicht ganz gelungen, sie davon zu überzeugen, das Ende umzuschreiben, ich..." - Harold fiel ihm ins Wort.
"Nicht gelungen? Nicht gelungen?" - für einen kurzen Moment blieb es still in der Telefonleitung, bis Harold in seltsam ruhigem Tonfall weitersprach.
"Dann bleibt mir nichts anderes übrig. Ich muss es tun." - Ein dumpfer Knall beendete das Gespräch. Harold nahm seinen Rucksack, den er vorbereitet hatte für den Ernstfall und raste mit dem Auto zum Haus der Schriftstellerin. Ruhig, ohne Zittern, drückte er auf die Türglocke.
Gehüllt in einen weißen Bademantel, mit zersaustem Haar und einem Blick, der die Trostlosigkeit der ganzen Stadt in sich vereinen könnte, öffnete sie. Wohl zu benommen, um richtig denken zu können, ließ sie ihn eintreten. Sie fühlte, dieser Mann war kein Fremder, obwohl sie ihn heute zum ersten Mal sah. Schweigend nahm er das Seil aus dem Rucksack und legte es ihr um den Hals. Kalt und ohne Gefühl, wie ein Killer. Kay begriff.
"Das ist ein geniales Ende, hätte mir nichts Besseres einfallen können." - waren ihre letzen Worte, bevor sie leblos zu Boden sank.
- Helena Dutoit Gersbach
- Harold findet Kay und zufällig ist sie auch noch die Frau seiner Träume... Kay darf weiter n e u e Geschichten schreiben und lässt den unfertigen Roman solange in der Schublade liegen, bis es ihr nach vielen Jahren gelingt ihre eigene Geschichte mit Harold als Ende des Romans zu erzählen....
- Ulrike M. Dierkes
- Keine Frage, ihre Schreibblockade löst sich natürlich nur, wenn sie ihn endgültig los ist! Und als schreibende Frau ist ihr ja bekannt, daß jeder Gedanke eine eigene Energie ist und folglich Wirkung zeigt und Worte demzufolge Waffen sein können, Verbalattacken und Verbalschlachten.
Allein die geballte Kraft ihrer Vorstellungen seines nahenden Endes treffen ihn so, daß er bereit ist, lieber freiwillig das Feld zu räumen, als dieser Frau mit der Kriegsfeder zum Opfer zu fallen. Letzteres ist das Letzte, was Mann sich wünscht. Sie formuliert und spielt also auf dem Papier alle Möglichkeiten durch. Angefangen von "wenn Blicke töten könnten" bis zum Tod durch das nicht nachzuweisende Feder-oder Pfeilgift Curare. Vielleicht nimmt ja aber das Buch eine ganz andere Wende oder ein ganz anderes Ende: Sie verliebt sich in ihren virtuellen und reellen Helden. Ein Happy End, ganz wie manche LeserInnen es sich wünschen.
- Norbert Schimmelpfennig
- Als Harold Kays Adresse ausfindig gemacht hat, verabredet er sich mit ihr, worüber sie ebenfalls erfreut ist - das Ende ihres Romans drängt.
Plötzlich bleibt der Fahrstuhl, der zu ihr führt, stecken, und die Tür öffnet sich, ohne dass ein Stockwerk angezeigt wird, und gibt den Blick auf einen Gang frei. An dessen Ende entdeckt Harold einen Schreibtisch, hinter dem ein weiß gekleideter Mann mit einer weißen, undurchsichtigen Brille sitzt. Dieser winkt Harold herbei und bedeutet ihm, auf einem leeren Stuhl Platz zu nehmen.
Der weiß gekleidete Mann gibt sich als der Kobold des Weißen Blattes aus, der Schriftstellern mit Schreibblockaden zu Einfällen verhilft, indem er Figuren in der Wirklichkeit erschafft und diese gleichzeitig in der Fantasie der Schriftstellerin oder des Schriftstellers auftauchen lässt.
Für diese "seine" Figuren hat er allerdings mehrere solcher Leben vorgesehen, und nach dem dritten Leben gibt er sie frei.
Für Harold ist dies sein zweites Leben, im ersten war er in einem Kriegsroman einen langsamen Tod unter der Folter gestorben. Für diese Existenz hat ihm der Kobold einen schnellen Tod und dafür einen Stalker vorgesehen, welcher es auf Kay abgesehen hat und jeden erschießt, der sich ihr nähert, und welcher gleich mit demselben Aufzug bei ihm eintreffen wird, wofür der Kobold Harold eine Pistole übergibt.
Ehe Harold es sich versieht, trifft dieser Stalker schon ein und zielt auf Harold, welcher aber zurückschießt.
Dieses Geschehen zaubert sich zeitgleich auf Kays Schreibmaschine, und damit endet ihr Roman. Nicht mehr darin erscheint die Schlussszene:
Als Harolds Seele aus seinem Körper entweicht, eröffnet ihm der Kobold noch:
"Als nächstes spielst du die männliche Hauptrolle in einem Liebesroman - freilich gibt es dort auch Konflikte, aber am Ende finden sich die Liebenden - und dies wird dein Eintritt ins richtige Leben, dann gebe ich dich frei!"
- Frank Neumann
- Von Todesangst angesichts dieser realen,
aber irrationalen Situation ergriffen, dachte er über die ihm bleibenden Möglichkeiten nach, am Leben zu bleiben. Obwohl die Angst ihn
lähmte, arbeitete sein Verstand dennoch klar
und logisch mit rasender Geschwindigkeit. Welche Möglichkeit bleibt mir?,fragte er sich. Blitzartig schoß ihm eine letzte
Idee durch den Kopf: Telepathie.
Sie denkt an mich und über mich, mein
Schicksal nach, über meinen Tod oder mein
Fortleben. Ich denke an sie, wir denken auf
einer Wellenlänge. Schweißperlen tropften von
seiner Stirn. Weiterleben, weiterleben, murmelte er mantraartig vor sich hin, im
Bewußtsein, dass dies die einzig mögliche
Rettung für ihn sein würde.
Auf ihrem Gesicht meinte er einen Ausdruck
von Unentschlossenheit zu sehen.
Die meisten Geschichten enden mit dem Tod,
nachdem das Opfer eine marternde Agonie
durchlaufen. Der Tod. Das Ende. Irgendetwas
lenkte ihre Gedanken an die Vorteile des lebens, des Weiterlebens. Ein positives Ende
würde sie besser stimmen als ein negatives.
Weiterleben, weiterleben murmelte unterdessen das potentielle Tdesopfer in der
Gewißheit, dieser Versuch der telepathischen
Übermittlung sei seine einzige letzte Möglichkeit.
Sie dachte nach, immer nch unschlüssig.
Er murmelte verzweifelt sein Mantra:
weiterleben!
Plötzlich entschied sie sich: Tote gibt es zu
viele. Er soll leben, WEITERLEBEN.
Er war wie gelähmt. Würde sie bei ihrer
Entscheidung bleiben? Sein Leben hing am
seidenen Faden ihres Gedankens.
Er soll am Leben bleiben. Ihre Entscheidung
war endgültig gtroffen.
Unfähig einen klaren Gedanken zu fassen,
hatte er jedoch begriffen:
er würde weiterleben...unfassbar...leben...
- Gabriele Hülsmann
- Harold sucht Kay, die ihn für völlig übergeschnappt und einen Trittbrettfahrer hält. Erst, als Harold, wie in ihrem Roman, von einem Terroristen entführt wird und Kay die Aktion im Fernsehen nachverfolgen kann, wird ihr klar, daß sie das Geschehen beeinflussen kann.
Inzwischen gibt es aber noch jemanden, der Kay und Harold auf die Spur kommt.
Als Kay versucht, Harold aus seiner misslichen Lage zu befreien, geschehen merkwürdige Dinge in ihrem Haus. Jetzt ist Kay in Gefahr, denn eine solche Gelegenheit lässst sich der Erzgauner T.J. nicht entgehen.
Er kidnappt Kay und schreibt das Manuskript weiter. Die Dinge eskalieren. Jetzt gibt es nur noch einen, der etwas tun kann: Harold. Er begehrt auf und wehrt sich. Er kann den Terroristen ausschalten und ist auf dem Weg zu Kay, um sich zu revanchieren.
Dort entdeckt er sie gefesselt und geknebelt an einem Stuhl.
Harold kann T.J. unschädlich machen und Kay befreien. Seither schreibt er Kinderbücher.
- Iris Meier
- Harald Crick bringt das Manuskript, dessen letzte Seiten von Hand geschrieben sind, ins Schwimmbad zum Literaturprofessoren Jules Hilbert, der zu dieser Zeit gerade als Bademeister arbeitet.
Der letzte schwimmende Gast (z. B. Woody Allen oder Bill Murray) wechselt noch ein paar Worte mit Crick und verlässt dann (mit auffälligen Badehosen und unauffälligem Gang) den Raum.
Crick und Professor Jules Hilbert befinden sich nun allein im Schwimmbad.
Crick reicht Hilbert das Manuskript, und sagt ihm, dass er hofft, dass dieser ihm dabei helfen könnte, sein Unglück abzuwenden.
Little does he know, dass genau jener Fluchtversuch vor dem Unglück ihn in die Arme dieses Unglücks treiben soll:
Während der Professor-Bademeister, der doch immer ein Stück mehr Professor als Bademeister ist, mit -immer zunehmender Begeisterung - den Schluss liest, rutscht Crick, aus Nervosität hin und her gehend, aus und fällt ins Wasser.
Da er nie schwimmen gelernt hatte, gerät er ins Rudern und Schnaufen.
Hilbert ist so vertieft in seine Lektüre (er liest zeitgleich diese Schwimmbadszene) dass er den schreienden Crick nicht hört. Dieser ertrinkt, während der Professor, sich vor Begeisterung kaum halten kann und "ein Meisterwerk" ruft.
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(optinaler Zusatz, falls es doch noch eine Art Happy End geben muss:
An der Beerdigung (türkisfarbene Gitarre wird mit ins Grab gelegt, Mehl-Blumensträusse schmücken das Grab) treffen sich Kay Eiffel und der Professor Jules Hilbert, sie bedankt sich für die wunderbaren Briefe. Sie verlieben sich.)Jules Hilberts verliert seinen Job als Bademeister. Kay Eiffel ändert den Titel in: Taxes and Flours.
Das Buch wird zum Bestseller. An Pascals Bäckerei floriert. Vielleicht verliebt sie sich sogar noch in den Schwimmer.
(kommt u.a. darauf an, ob er von Bill Murray oder Woody Allen gespielt wird).
- Ursula Rossel Escalante Sánchez
- Harold Crick ist in einer glücklichen Lage, da seine Autorin das Manuskript bisher gar nicht ausgedruckt hat. Er und seine Geschichte befinden sich also noch immer im äusserst fragilen Word-Stadium. Eines Nachts nun, nachdem die umtriebige Frau Eiffel endlich über der Tastatur eingenickt ist, ihr sadistisches Lächeln erstarrt (...ist das ein Speichelfaden, der sich da abseilt?!), hangelt sich der clevere Crick mit dem Mut des Todgeweihten an der Seite hoch, auf der er gerade geschrieben steht und baumelt schliesslich oben am grauen Task-Balken oder wie immer sich das nennt (dafür ist mein Infomatiker zuständig). Jetzt nur noch den kleinen Finger ausstrecken... – und geschafft. ER wird noch da sein, aber SIE wird ihn nie wiederfinden: Alles markieren / Schriftfarbe / weiss.
Übrigens, Frau Eiffel, Ihre Kiste scheint über Nacht abzustürzen, ich miete Ihnen gern meinen Informatiker aus!
- Brigitte Lindner
- Harold sucht Hilfe bei Professor Hilbert. Der weiß Rat: Harold muss Kay mit ihren eigenen Waffen schlagen. Er muss gegen ihre Mordversuche 'anschreiben'. Professor Hilbert und Harold ersinnen für jede von Kay in Erwägung gezogene Mordvariante eine charmant-witzige Lösung, wie Harold dieser entgeht. Kay ist zunächst ob dieser Wendung völlig fassungslos, findet aber immer mehr Gefallen an den unkonventionellen Einfällen des unfreiwilligen Autoren-Paares. Als Harold wieder einmal die Flucht gelingt, treffen die Schiftstellerin, ihr potentielles Opfer und dessen Helfer (der Professor) aufeinander. Kay verliebt sich in den Professor und hat nun gar keine Lust mehr, ihren letzten Roman tragisch enden zu lassen. Sie schreibt ein Hyppy End - und Harold wird Trauzeuge bei der Hochzeit.
- Susanne Werner
- Harold Crick ist entsetzt und macht sich auf den Weg, um Kay Eiffel zu suchen. Unter falschem Namen fängt er eine Affäre mit ihr an, in der Hoffnung, Einfluss auf ihren Roman nehmen zu können. Komödiant wird es natürlich immer dann, wenn Kay Harold von ihren Ideen erzählt und dieser ihrer Ansicht nach "seltsam" und "neurotisch" reagiert. Kay reagiert schließlich trotzig ob der Einmischungsversuche und beschließt ein tragisches Ende ihres Helden. Um Aufschub zu leisten, überredet Harold Kay zu einem Urlaub weitab der Heimat,angeblich um die Schreibblockade aufzulösen. Dummerweise überlässt sie einem ebenfalls schreibtalentierten Freund den Schlüssel zu ihrer Wohnung, um nach dem Rechten zu sehen. Dieser findet das Manuskript auf dem Schreibtisch und macht sich daran, das Ende zu schreiben. Er will Harold in genau dem Flugzeug sterben lassen, in dem er gerade mit Kay sitzt. Als Harold das hört, versucht er alles aufzuklären, um nicht nur sich, sondern auch Kay ( in die er sich natürlich schon längst tatsächlich verliebt hat ) und die anderen Passagiere zu retten. Nach einer Notlandung und der rechtzeitigen Flucht aus dem Flugzeug gibt es dann doch noch ein happy end.
- Angela Hornbogen - Merkl
- Gegen Ende der Filmhandlung mischt sich noch die sanfte Stimme eines alten Mannes in das Geschehen ein. Hauptsächlich in sehr brisanten Situationen ruft diese Stimme Harold beim Namen.
Die Schriftstellerin entschließt sich, ihre Hauptfigur in ihrer eigenen Wohnung sterben zu lassen, indem sie Harold vergiftet. Der ist sich sicher, sie an ihrer Stimme rechtzeitig erkennen und den Spieß umdrehen zu können. Vor lauter Aufregung läuft er vor das Auto einer Frau die gerade wegfahren wollte. Man trägt ihn in deren Wohnung und sie gibt ihm ein Glas Wasser. Als sie sagt "Gleich ist alles gut..." erkennt er Kays Stimme. Verzweifelt prustet er den letzten Schluck der Flüssigkeit heraus.
Im nächsten Bild sieht man einen alten Mann der tropfend und kopfschüttelnd auf ihn heruntersieht. "Harold, Harold.... Das wird aber auch Zeit dass du da wieder rauskommst. Deine Schreibblockaden nehmen mittlerweile bedenkliche Formen an."
Eine Krankenschwester betritt den Raum, sie sieht aus wie die Krimiautorin und fragt mit deren Stimme "Geht's ihm wieder besser Doktor?"
Harold starrt einen Moment die Schwester an, schnappt sich dann den Block des Doktors und fängt an zu schreiben.
"Das muß ich aufschreiben. Diese Geschichte wird todsicher ein Knüller!"
Unter Harolds halblautem Gemurmel Rückblende zur ersten Szene des Films.
- Oliver Erenyi
- "Alles ist gut." Noch nie in seinem ganzen Leben hatte sich Harold so wohl gefühlt. Jedes Detail schien wie von selbst ein harmonisches Ganzes zu ergeben, ohne dass sich Harolds Verstand irgendetwas hätte schön denken müssen. Alles war genau an dem Ort, wo es in diesem Moment perfekt passte: die Sonne, das Laub, das vom Herbst geküsst sanft zu Boden fiel, und auch der Revolver, der von unbekannter Hand geführt, einen Schuss auf Harolds Hinterkopf abgab. Harold hörte noch den Knall, und dachte bei sich, wie harmonisch sich selbst der Lärm in dieses perfekte Herbstgemälde einfügte. Jetzt konnte Harold das Meer fühlen, das sanfte Ziehen der Wellen an seinen Füssen. "Ich bin doch gar nicht am Meer", dachte Harold, und doch bekümmerte ihn diese doch sehr absonderliche Tatsache nicht. Er ließ sich einfach von den Wellen treiben...
- Isabella Bach
- Für Harold Crick geht es um Leben und Tod.
Er erkennt, dass er seine Schriftstellerin nur austricksen kann, wenn er sie körperlich in seine Welt lotst. Er eröffnet ihr die einmalige Chance, leibhaftig in ihre Geschichte einzutauchen. Kay Eiffel sträubt sich zunächst, aber der Gedanke, ihre Figur in Fleisch und Blut kennen zu lernen, ist zu verlockend. Sie findet sich eines Tages als Teil ihrer Geschichte wieder.
Aber der Protagonist hat seiner Schriftstellerin ein wichtiges Detail verschwiegen: Sobald sie Sex miteinander haben, findet ein Rollentausch statt ...
Kurze Zeit später sitzt Harold an Kays Schreibtisch. Er will seine Geschichte selbst zu Ende schreiben und Kay hat seine Stimme im Kopf. Er ist allerdings schriftstellerisch eher unbegabt und die Autorin weist ihn darauf hin, dass das Buch auf diese Weise niemals veröffentlicht wird und sie beide sterben werden.
Kay Eiffel kann ihn schließlich davon überzeugen, dass nur sie in der Lage ist, seinem Leben den richtigen Dreh zu verleihen. Sie diktiert ihm den Schluss. Als das Wort "Ende" auf dem Bildschirm des PCs erscheint, kehrt die Schriftstellerin in ihr Leben zurück und der Protagonist freut sich auf ein Weiterleben in ihrem nächsten Buch ...
- Annette Mund
- Nachdem Kay Eiffel Harold Crick kennengelernt hatte, und sie tagelang gezweifelt hatte - denn wie wahrscheinlich ist es, hinter einer Romanfigur einen lebendigen Menschen zu finden; andererseits - woher wußte er soviel über das Leben ihres Helden? - fiel sie abermals in eine Schreibblockade. Angesichts der Tatsache, dass sie Realität schrieb, begreiflich, aber dennoch störend. Zumindest empfand das der Verlag so. Aber egal, wen sie auch dieses mal schickten um Kay aus ihrer Starre zu lösen, nichts fruchtete.
Kay war buchstäblich erstarrt. Es war, als wenn sie zur Figur in einem Roman geworden sei und nun darauf warten müsse, wie der Autor weiter mit ihr verfahren wolle. Sie konnte nicht schreiben, ja, sie konnte nicht einmal klar denken. Was war da, um Gottes Willen passiert - wie hatte sie eine solche Macht bekommen können, Leben zu schreiben? Harold war echt, daran bestand kein Zweifel und - sie schrieb sein Leben. Und was wäre, wenn sie schon vorher, bevor sie Harold gesehen hatte, seinem Leben ein Ende gesetzt hätte? Dann wäre sie jetzt eine Mörderin, nicht nur eine Schriftstellerin. EINE MÖRDERIN! Obwohl - war man schuldig, wenn man Jemanden umgebracht hatte, den man gar nicht kannte, bei dessen Mord man körperlich noch nicht einmal anwesend war? Oder wäre es dann nur ein 'literarischer Mord' ? Wäre sie dann nur eine literarische Mörderin, oder doch eine echte, eine reale? Kay schien es, als ob sie den Verstand verlöre.
Harold selber wurde ebenfalls wahnsinnig. Nachdem Kay nach zehn Minuten ihres Treffens fluchtartig das Zimmer verlassen hatte, kam er nicht mehr an sie dran. Sie schien wie vom Erdboden verschluckt. Der Verlag weigerte sich, ihn mit ihr zu verbinden, auf seine tausende Anrufe reagierte er nicht und sein Leben schien wie in Gallerte dahin zu fließen. Nichts passierte, aber immer schien alles möglich. Bisher lebte er zwar noch, aber wie ging es weiter und - warum sprach sie nicht mehr mit ihm? Was war los?
Eines morgens erwachte Kay aus tiefem traumlosen Schlaf. Sie wusste nun, was sie tun musste. Natürlich musste Harold am Leben bleiben - wer konnte schon einen einen unschuldigen Menschen töten, einfach so? Andererseits: er war Finazbeamter! Aber egal - töten oder terminieren konnte sie ihn nun nicht mehr, aber: sie konnte seine bisherige Person töten, sein bisheriges Leben in Schutt und Asche verwandeln, ihn sozusagen auslöschen.
Sie würde ihn mit einer mafiösen Struktur einer großen Firma kollidieren lassen, als Finanzbeamter gar kein Problem. Wozu war sie Schriftstellerin? Ideen waren noch nie ihr Problem gewesen.
Und so verpasste sie harold eine wahre Krimigeschichte mit Falschgeld, Geldwäsche, Mafia, Pate und schlussendlich Harold`s Kronzeugenaussage. Danach: eine neue Identität - und die blieb geheim. So geheim, dass auch Kay Eiffel sie nicht kannte.
- Ingeborg Münch
- Ich würde Harold Crick ganz klar überleben lassen.
Er sollte ein Gegen-Drehbuch schreiben. Da er ja immer hört, was sie schreibt, kann er sofort reagieren. Dabei muß er aber sehr schlau vorgehen, damit sie es nicht merkt. Denn sonst würde es zu einem endlosen und langweiligen Spiel ausarten, bis einer einen Fehler macht. Deshalb braucht er Hilfe, und zwar die einer Frau. Denn Frauen wissen am besten, wie Frauen ticken. Aber es sollte eine Linkshänderin sein, die als Kind noch zur Rechtshänderin zwangsumgeschult wurde. Dadurch ist sie in der Lage, anders - überkreuz - zu denken und "zwischen den Zeilen" zu lesen usw. und die Schriftstellerin mit ihrer Antwort- und Ausdrucksweise aus dem Konzept zu bringen. Dadurch könnten die beiden die Schriftstellerin so verwirren, dass diese nicht merkt, dass Harold und seine Begleiterin in Wirklichkeit den Roman zu Ende schreiben. Hilfe bekommt er durch seine Jugendliebe, die er Jahre nicht gesehen hat und der er zufällig begegnet.
- Nadja Grimm
- Harold hört alles was die Schrifstellerin schreibt und beschließt, wenn ich es höre probiere ich aus ob ich Sie auch mit meinen Gedanken beeinflussen kann. Und so übt er seine Gedanken, über sein Ende der Schriftstellerin per Telephathie zu übertragen.
Erst gelingt es nicht, doch er gibt nicht auf aber von mal zu mal merkt er, dass plötzlich seine Gedanken von der Schriftstellerin aufgeschrieben werden. Und so macht er sich ans Werk. Er hat jetzt die macht über sein Leben. Alles was er nun Denk wir geschrieben und so hat er plötzlich den Einfall. Er möcht die Schriftstellerin kennenlernen und mit ihr gemeinsame Stunden verbringen. Und als er die Idee gedacht hat, schreibt die Schriftstellerin es schon auf und bemerkt das jetzt nicht mehr sie alles in der Hand hat, sondern ein anderer. Und so hängt jetzt sie an den unsichtbaren Fäden ihrer eigenen Romanfigur.
- Angela Dargel
- Der gute Harold Crick stirbt, weil er seine Schriftstellerin Kay Eiffel killt.Denn schließlich hört er was da kommt .Nur so kann er seinem Schicksal entkommen, aber sie nicht ihrem.
- Alexandra Feßner
- Der arme Will Ferrell schreibt das Ende selbst und läßt sich in dem Buch verschwinden (wie ein Spiegel im Spiegel), bricht vorher bei Emma Thompson ein und ersetzt seine Version gegen ihre, die dann so gedruckt wird und sein Schicksal damit besiegelt. Problem: er ist in dem Buch gefangen und kann nur in dem Exemplar von Emma Thompson den Text austauschen, um sich bemerkbar zu machen. Emma Thompson stößt auf ihn, als sie das "falsche" Ende voller Entsetzen nachlesen will - für das sie natürlich höchstes Lob bekam und sieht sich jetzt in der Situation gefangen, ein weiteres Buch zu schreiben, um ihm da wieder rauszuhelfen. Dabei streiten die beiden dauernd, was er erleben soll und was nicht, bis er am Ende befreit wird und die beiden sich zum ersten Mal begegnen. ( Da könnte man dann gleich ein Sequel von machen...)
- Nicole Schmeister
- ich würde ihn sterben lassen aber nach beendigung des romans wieder auferstehen lassen.
sozusagen ein scheintoter.
- Kirstin Völz
- Die Schriftstellerin Kay Eiffel erwacht eines morgens – sie ist inmitten ihrer Pläne zum Abschluss ihres – Romans. Sie liegt da in ihrem Bett, denkt verzweifelt nach und hört plötzlich ihrerseits die Gedanken von Harold Crick, der seinerseits gerade über der Frage brütet, wie er seinem nahen Ende entgehen kann.
So vernimmt Harold Kays Erzählstimme und Kay seine Gedanken wie ihre eigenen. Kay beschließt daraufhin, dem Roman eine weitere Ebene hinzufügen,
in der Harold von seiner eigenen drohenden – durch Kay geplanten - Ermordung weiß. Der Roman bezieht im folgenden bis zum Finale seine Spannung daraus, dass
Harold alles versucht, seiner Ermordung in Kays Vorstellung zu entgehen und der Leser bis zum Ende nicht weiß, ob ihm das gelingen wird.
Er gerät in aberwitzige Situationen, weil er versucht Kay zu finden….im Roman und im Film.
Es wird ihm gelingen, weil Harold und Kay in einer weiteren Szene des Films tatsächlich auch persönlich aufeinander treffen werden ….Kay beendet ihren Roman damit,
dass Harold – ihre Hauptfigur – sie in einem Gespräch zur Aufgabe des Mordplans bewegt. Für diesmal. Denn sie plant einen Anschlussroman, in dem Harold wiederum eine Hauptrolle spielen wird…
- Yvonne Roth
- bei mir würde die Hauptfigur dieses Romans die Autorin wiedererkennen. Er
hat sie früher sitzenlassen und sie fühlte sich von ihm über alle Maßen
gedehmütigt und hintergangen. Sie kann dies alles nicht vergessen und will
es ihm heimzahlen, indem sie in seinem Roman seinen richtigen Namen
verwendet. Er sucht und findet sie und dann fliegen die Fetzen. Sie schreien
sich an, werfen sich alles mögliche an den Kopf, aber am Ende landen sie im
Bett und das Manuskript nicht. Es wird gedruckt, aber Orte und Namen zur
Unkenntlichkeit geändert, wie es sich für einen seriösen Schriftsteller eben
gehört :-)
- Anja-Nicola Roessler
- Als sich die Schriftstellerin gerade vorstellt, wie er
von der Ich-Erzählerin (mit der sie sich sehr
identifiziert) nach einem leidenschaftlichen Liebesakt
in der Umarmung erstochen wird, verliebt er sich in
die Ich-Erzählerin. Er hört ja ihre Stimme. Und ihre
Vorstellung des gemeinsam Liebemachen war so
wunderschön, dass er sich trotz des Wissens von seinem
folgenden Tod verliebt.
Der Schriftstellerin geht es genauso - sie schafft es
einfach nicht mehr, ihn sterben zu lassen. Sie sucht
ihn auf - nicht wissend, dass er alles 'gehört' hat -
uns will ihn anmachen.
Er erkennt, dass die Schriftstellerin viel älter ist,
als er sich die Ich-Erzählerin vorgestellt hatte und
bekommt es mit der Angst zu tun.
Kurzerhand verfolgt er sie und bringt sie in einer
dunklen Gasse um die Ecke.
- Katja Böhm
- also ich würde auf jeden Fall so lange wie möglich Katz und Maus mit ihm
spielen. Ihn immer mal wieder Hoffnung machen, und ihn kurz bevor er mich
findet, scheitern lassen.
Ganz zum Schluss könnte er ja eine Art Eigendynamik entwickeln, und z.B.
selbt ein Tagebuch schreiben, quasi die Geschichte umdrehen, und über mich
schreiben, das ich ihn nicht sterben lasse, bzw. dass mir die
Schreibmaschine auf den Fuss fällt, und ich deshalb aus dem Fenster stürze
und er hat sein Leben wieder im Griff.
Ich würde ihn also nicht sterben lassen. Obwohl ich das sonst immer gerne
mache. Hoffentlich nicht zu schräg....
- Helgard Huber
- Nachdem das arme Opfer versucht, den Hals irgendwie aus der Schlinge zu
ziehen, was ihm aber nicht gelingen will, beschließt er, den Spieß
umzudrehen. Er versucht nun von seiner Ebene aus, seine Erfinderin und
angehende Mörderin aus dem Weg zu räumen. Auf merkwürdige Weise beginnen
sich im Umfeld der Schriftstellerin Dinge zu entwickeln, die ihr das kalte
Grauen über den Rücken fließen lassen. Jede Theorie, die sie sich ausdenkt,
fängt an sich zu verwirklichen, so dass sie auf einmal in der Falle sitzt
und weiß, dass je perfekter ihr Plan wird, sie desto näher ebenfalls dem Tod
ist. Dabei ist ihr Gegner nicht fassbar, denn sie kann ja nicht ahnen, dass
es ihr eigenes Geschöpf ist, das sich wehrt und versucht, sie mit ihren
Methoden umzubringen.