Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Schreiben ist wie das Austragen eines Fötus.« – Edna O’Brien

Filmwörterbuch

Fachsprache und Ansagen am Drehort (aus Komm zum Film)
»ABSPERRUNG STEHT!«
Ruf des Aufnahmeleiters, der eine Straßensperrung bestätigt.
»ACTION!«
Startkommando des Regisseurs für die Darsteller, wenn Kamera und Ton laufen (auch: »Bitte« oder«Los«).
AGENTUR
Schauspieler- und Komparsen-Vermittlung. Dienstleistung für die Produktion: Bietet Vermittlung, Betreuung und finanzielle Abwicklung. Achtung: Es gibt seriöse und unseriöse Agenturen.
»ALLES AUF ANFANG!«
Ansage des Regisseurs kurz vor der Wiederholung einer Aufnahme. Man macht sich wieder drehbereit.
AMERIKANISCHE EINSTELLUNG
Bildausschnitt. Zeigt den Darsteller »mit imaginärem Colt«, also bis zur Mitte der Oberschenkel.
AMERIKANISCHE NACHT
Filmaufnahmen bei Tage, die eine Nachtszene simulieren.
ANGEL
Ausziehbare Stange des Tonassistenten, an der das Mikrophon befestigt ist. »Geangelt« wird von oben (über den Köpfen der Schauspieler), oder von unten.
ANSAGEN
»Befehle« am Set, die immer ernst gemeint sind.
ANSCHLUSSFEHLER
Fehler von einer Szene zur nächsten durch verändertes Aussehen, Requisiten, Handlung, Dialog etc. siehe Continuity.
ATMO
Tonaufnahme des Raumes ohne Geräusche.
»AUS DEM BILD SEIN«
In dem Bildausschnitt, den der Kameramann gewählt hat, bist du nicht mehr drin. Der Kameramann sagt dir, wo du dich hinstellen sollst, um wieder »im Bild« zu sein.
AUSSPIEGELUNG
Direkt von der Kamera wird der aktuelle Bildausschnitt auf einen Monitor ausgespiegelt. Der Regisseur kann zeitgleich mit dem Kameramann auf dem Monitor sehen, was aufgenommen oder geprobt wird.
BARNEY
Schallschutz für die Kamera: Gepolsterte schwarze Kunstlederhülle.
BERGFEST
Feier für die festen Teammitglieder nach halber Drehzeit. Man ist sozusagen »über den Berg«.
»BILD FREI MACHEN!«
Mach die Blickrichtung sofort frei! Steh niemals vor der Kamera herum!
»BITTE!«
Startkommando des Regisseurs , wenn Kamera und Ton laufen (auch »Action« oder »Los«).
CASTING
»Die Schauspieler (ursprünglich: für ein Theaterstück) aussuchen«.
CONTINUITY
Wenn du deine Aktionen haargenau wiederholen kannst, (auch bei veränderter Kameraposition), sind deine Anschlüsse richtig. Betrifft auch dein Aussehen (siehe Anschlussfehler).
»DANKE!«, »CUT!«, »AUS!«
Ansagen des Regisseurs, um die Aufnahme zu beenden
DISPOSITION (DISPO)
Tagesplan für jeden Mitarbeiter. Wird am Vorabend von der Produktion am Set verteilt oder zugefaxt.
DOLLY
fahrbarer Untersatz für die Kamera mit Sitz für den Kameramann. Anderer Markenname: Panther, Magnum.
DREHFERTIG MACHEN
Glatzen und Nasen werden gepudert, Rüschen zurechtgezupft, der dampfende Kaffee für die Frühstücksszene eingegossen und ein letzter Reflex »abgenegert«. Danach heißt es wieder: »Ruhe bitte! Ton ab!«
DREHFOLGE
Zeitplan für die kommenden Tage
DREHPLAN
Zeitplan für die gesamte Drehzeit, wird aber noch oft geändert.
DREHSCHLUSS
Arbeitsende: Ansage des Set-Aufnahmeleiters oder Regisseurs. Der Abbau kann beginnen.
DREHVERHÄLTNIS
Verhältnis der gedrehten Filmlänge zur Sendelänge.
DREIER
Einstellung mit drei Personen im Bild.
EINLEGEN
Der Kamera-Assistent muss von Zeit zu Zeit neues Filmmaterial in das Magazin der Kamera einlegen.
EINSTELLUNG
Inhalt des Films zwischen »Bitte!« und »Aus!«. Kleinste Handlungseinheit. Wird nummeriert mit der zweiten Zahl auf der Klappe.
ETABLIERER
Auch Establisher genannt. Eine sehr weite, totale Einstellung mit beispielsweise einem ganzen Wohnhaus (z.B. Anfangseinstellung von Dallas), die eine Örtlichkeit etablieren soll.
FAKE
Fälschung oder Schwindel. Beim Film wird immer etwas gefakt: Die Torte ist gefakt, wenn die Sahne auf einen Styropor-Kern gespritzt wurde.
FUNDUS
Hier kann die Produktion Möbel, Requisiten und Kleidung ausleihen.
FUSSEL/FUSSELCHECK
Überprüfung der Kamera nach Sauberkeit im Bildfenster.
GARDEROBE
1. Person, die dich ankleidet, 2. Raum zum Umkleiden.
GESCHLOSSENES SET
Bei Intimszenen darf nur eine Handvoll Mitarbeiter am Set sein. Unbedingt wegbleiben!
GRAUGLAS
Getönte Glasscheibe zum Umhängen, durch die der Sonnenstand oder die Scheinwerfer kontrolliert werden.
GROSSEINSTELLUNG
Einstellungsgröße – nur das Gesicht ist im Kamera-Ausschnitt zu sehen. Teilweise ohne Kinn und Haare
HALBNAH
Gängige Einstellungsgröße für Kopf bis Nabel etwa.
HALBTOTALE
Zeigt die ganze Person von Kopf bis Fuß ohne Landschaft.
HANDKAMERA
Kamera geschultert, ohne Stativ. Kann auch in der Hand gehalten werden.
HINTERGRUND
von der Kamera aus gesehen hinter den handelnden Akteuren.
IMPROVISIEREN
Texte sprechen ohne Drehbuch, ohne Vorlage – also erfinden »wie im richtigen Leben«.
INSERT
Nahe Einstellung, die eine dramaturgisch wichtige Handlung deutlicher zeigt, z. B. »Mordwaffe entsichern«, »vergifteten Haarkamm ins Haar stecken«.
INTIM
»Nie intim im Team«. Alter Filmspruch, der sich gegen Liebesbeziehungen unter Kollegen richtet.
ITALIENISCHE
Einstellungsgröße bis zu den Genitalien, daher gerne »Genitalische« genannt.
JUGENDSCHUTZ
Kinder dürfen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen mitspielen (siehe Der Produktionsleiter).
»KAMERA AB!«
Start-Kommando des Regisseurs für die Kamera.
KAMERABLICK
Absolutes Don't: Niemals in die Kamera blicken! Wichtigste Regel für Komparsen!
»KAMERA LÄUFT!«
Meldung, dass die Kamera die nötige Geschwindigkeit für die Aufnahme der Klappe erreicht hat.
»KAMERA LEGT UM!«
Ansage des Kamera-Assistenten, der eine kurze Verzögerung ankündigt, z.B. wegen eines Kassettenwechsels (neues Filmmaterial).
KAMERA LINKS
im Raum aus Sicht des Kameramannes links von der Kamera. Zeigt dein Gesicht zur Kamera, dann ist für dich »Kamera links« rechts. Stehst du rückwärts zur Kamera, ist »Kamera links« tatsächlich links.
KAMERA RECHTS
Vom Kameramann aus gesehen, rechts von der Kamera. Stell Dir vor, Du schaust durch die Kamera, dann ist »Kamera rechts« – rechts.
KLEINDARSTELLER
Der »Adelige« unter den Komparsen: Er darf ein paar Worte sprechen (Kellner, Tankwart, Sanitäter, Polizist usw.).
KOMPARSE
Person, die eine eigene Aufgabe erhalten hat, z.B. Auto fahren, Purzelbäume schlagen, Skateboard fahren, musizieren.
KOPIERER
Take, der gut war und in den Mustern gezeigt werden soll.
KOPIERWERK
Hier werden die belichteten Filme entwickelt. Speziallabor für Filmproduktionen.
»KLAPP!«
Aufforderung an den Klappenschläger, seines Amtes zu walten, da die Kamera ihre notwendige Geschwindigkeit erreicht hat.
KLAPPE
Kleine schwarze Tafel mit Streifenmuster am Rand unten, die zu Anfang jeder Einstellung ins Bild gehalten und meistens auch geschlagen wird. Trägt die Nummern des aktuellen Takes.
LASSOBAND
Gewebeklebeband in vielen Farben, auch Gaffertape, speziell schwarz oder silbern, das sich ohne Rückstände abziehen lässt.
LICHTDOUBLE
Idealerweise eine der Darstellerin ähnelnde Person, was Teint, Haarfarbe und Körpergröße angeht, die zum Einleuchten die Darstellerin vertritt. Aus Geldmangel oft ein Teammitglied.
»(DAS) LICHT SUCHEN«
Wenn eine Darstellerin merkt, dass ihr Gesicht im Schatten ist, verändert sie geringfügig die Position um das Licht zu »finden«. Damit kann sie eine Aufnahme retten, die sonst abgebrochen worden wäre.
LICHTZEICHEN Signal, wenn es aufleuchtet, geht's los! »Action« für z.B. Komparsen.
LOCATION
Siehe »Motiv«. Ein »Location-Scout« sucht im Auftrag von Filmproduktionen nach möglichen Drehorten und bietet diese dann an.
MARKIERUNG
Kennzeichnung einer Position, die ein Schauspieler in einer Szene erreichen soll. Meist werden Lassoband oder kleinen Sandsäckchen (»Würste«) dazu verwendet.
MASKE
1. Geschminktes Gesicht, 2. Schmink-Raum, 3. Maskenbildnerin.
MIKROSCHATTEN
Der Schatten eines Mikrophons im Bild.
MOTIV
genauere Bezeichnung für den Drehort. An einem Drehort können sich mehrere Motive befinden: Besenkammer, Kinderzimmer, Anwaltskanzlei. Das kann ein Originalmotiv sein, aber auch ein gebautes Motiv im Studio.
MUSTER
Filmvorführung für das Team vor oder nach Drehschluss. Gezeigt werden die »Kopierer« der vorangegangenen Tage. Der Regisseur mustert mit dem Schnittmeister die weniger guten Takes aus.
NAHEINSTELLUNG
Kopf und Schultern sind im Bild.
NEBELMASCHINE
Kleines Gerät zur Erzeugung von Nebel, bzw. Rauch, gehört zur Requisite.
NEGATIVSCHADEN
Pech mit und beim Filmen, gegen das man sich versichern kann: Kratzer , Fehlbelichtung oder Fertigungsfehler auf dem Filmmaterial. Wenn in der Projektion (Vorführung) sichtbar, muss die Einstellung evtl. wiederholt werden. Ein Fussel ist kein Negativschaden.
NEGER
1. schwarze Abdeckfahne für Licht, 2. Spickzettel für Schauspieler.
NICHTKOPIERER (NK)
Missglückter Versuch eine Einstellung zu drehen. Dient evtl. als Reserve, falls die Kopierer wider Erwarten schlecht sein sollten.
NUR TON
Zusätzliche Tonaufnahme (ohne Kamera) von Geräuschen oder Gesprächen. Wird nach den Kameraaufnahmen gemacht.
OFF
Heißt: Nicht im Bild. Beliebter Schauspielerspruch: »Mein Leben im Off!«. »Off-gültig« sind gesprochene Sätze, bei denen der Sprechende nicht gezeigt werden soll.
OVER SHOULDER
»Angeschnittene« Einstellung, über die Schulter des einen Gesprächspartners aufgenommen, frontal auf den anderen Gesprächspartner blickend.
PEGASUS
Markenname eines großen Kamerakrans.
PICK UP
1. Fahrzeug mit offener Ladefläche, 2. Bezeichnung einer »halben« Einstellung. Die vorherige Aufnahme war teilweise gut und es wird jetzt nur noch ein Teil wiederholt. Aufpassen und gut zuhören. Auf die Klappe wird »P.U.« notiert.
PILOTFILM
Fernsehfilm, der einer Serie vorangestellt wird. Die Figuren werden eingeführt. Wird meistens aufwendig produziert und soll Appetit auf die Serie machen.
POV
»Point of View«, aus der Sicht eines Darstellers, siehe »Subjektive«.
REGIESTUHL
Typischer Klappstuhl mit der Aufschrift Regie, sieht manchmal aber völlig anders aus. Nie drauf setzen!
REQUISITEN
Bewegliche Utensilien am Drehort (siehe Kapitel »Der Ausstatter«).
»RUHE!/RUHE BITTE!«
Ansage von Aufnahmeleitung, Regie oder Ton, unbedingt beachten!
SCHNAPSKLAPPE
Klappen mit Schnapszahlen drauf sind etwas ganz besonderes. Zum Beispiel 5/5/5. Wenn die Dreharbeiten angefangen haben, muss reihum jeder mal eine Runde ausgeben. Angefangen beim Produktionsleiter, Regisseur, Kameramann, Schauspieler usw. Schnaps gibt es fast nie, aber Kuchen, Weißwürste oder sogar Sushi. Die Ansage heißt dann wie folgt: »Fünf, fünf, die fünfte, Schnapsklappe auf Dieter Wedel, klapp!«
SCHWENK
Drehbewegung des Stativkopfes (also auch der Kamera).
SCHWENKER
Kameramann, der die Kamera bewegt, aber kein Licht setzt.
SCHUMMELN
Wenn sich zwei Darsteller in die Augen sehen, aber leicht aneinander vorbei schauen müssen, um ein schöneres Bild vor der Kamera abzugeben. Merkt der Zuschauer nicht.
SECOND UNIT
Zweites Filmteam für Dreharbeiten, die parallel gedreht werden.
SED-CARD
Klappkarte, Visitenkarte von Fotomodellen. Im DIN A 5 –Format. Professionelle teure Fotopräsentation. Völlig unnötig für Komparsen. Niemals selbst bezahlen! Genannt nach Peter Sed, dem Gründer der Modell-Agenturen.
»SET FREI MACHEN!«
Meistens nach den Proben, um Platz für die Technik zu machen. Sofort vom Drehort entfernen!
SFX
= Special Effects. Spezialeffekte wie Schüsse, Feuer, Explosionen, Regen, Schnee, Nebel etc.
SPIELAUTO
Fahrzeug, das eine »Rolle« im Film spielt, bzw. gefilmt wird oder im Hintergrund zu sehen ist.
SPIELTAG
Ein Tag im Drehbuch. Wegen der Anschlüsse sehr wichtig. Die Spieltage legt die Regieassistentin in der Vorbereitungszeit fest.
STATIST
spielt eine Rolle in einer Menschenmenge (Fußballfans, Publikum, Trauergäste, Passanten) und hat keine eigene Aufgabe.
STELLPROBE
Erste Probe mit Regie, Kamera und Schauspielern, bei der die Positionen und Gänge festgelegt werden. Manchmal gibt es Extra-Stellproben oder Schauspiel-Proben, die erst später der Technik vorgespielt werden.
STUMME
Einstellung, die ohne Ton gedreht wird. Auf englisch: MOS (»Mit out sound«). Die Klappe wird hier gedreht, aber nicht geschlagen!
SUBJEKTIVE
Auch POV (»Point of view«) genannt. Einstellung aus Sicht eines Darstellers. Die Kamera »springt« aus der normalen neutralen Beobachterrolle in die des Darstellers.
SZENE/BILD
Handlungseinheit im Drehbuch (wird in Motive eingeteilt) und nummeriert = erste Zahl auf der Klappe.
TAGESBERICHT
Tägliche Arbeitsergebnisse für den Produktionsleiter und die Redaktion (siehe »Continuity«).
TAKE
Numerierter Versuch, eine Einstellung zu drehen (Take = letzte Zahl auf der Klappe).
TECHNISCH SPIELEN
Anweisung an die Schauspieler eine Einstellung »ohne Kunst« und Gefühl sachlich, nur zur Probe zu spielen. Mit dieser technischen Probe wird das Team über Timing und Gänge informiert.
»TON LÄUFT!« Bestätigung, dass der Ton seine notwendige Bandgeschwindigkeit erreicht hat.
»TON LEGT UM!«
Ansage des Tonmeisters. Er braucht eine kleine Pause um ein neues Band einzulegen.
TOTALE
Weite Einstellungsgröße, die mehrere oder einzelne Personen komplett mit Landschaft zeigt.
TRAILER
1. Sehr tiefer PKW-Anhänger auf dem Fahraufnahmen gedreht werden. 2. Kurzer Werbestreifen zur Ankündigung des Films.
UMLEGEN
(Unblutige) Tätigkeit des Tonmeisters: Bespieltes Tonband raus, unbespieltes Tonband rein ins Aufnahmegerät.
VIER KA WE
(4 kW) großer Scheinwerfer mit 4 000 Watt Leistung.
VORDERGRUND
Räumlicher Abstand zwischen handelnden Darstellern und der Kamera.
WARM-UP
Kleiner Umtrunk zum Kennen lernen für alle festen Team-Mitglieder, meist am Abend vor dem ersten Drehtag.
WARTEN
Hauptbeschäftigung von Darstellern und Komparsen am Set. Bücher mitnehmen!
WURST
Wurstförmiges Sandsäckchen, 15cm lang, das für den Darsteller Positionen markiert und mit dem Fuß ertastet werden kann. Gehört zur Ausrüstung des Dolly-Fahrers.
ZEHNERL-GESTE
Ehrenvolle Übergabe eines Zehn-Cent-Stücks vom Regisseur an ein Teammitglied als Belohnung für eine außergewöhnlich gute Idee, die dem Regisseur weiterhilft. Die Idee darf nicht den eigenen Beruf betreffen.
ZOOM
Gummilinse an der Kamera, die dem Kameramann Brennweiten-Veränderungen (= Einstellungsgrößen-Veränderungen) ohne Objektiv-Wechsel erlauben, auch bei laufender Kamera.
ZWEIER
Zwei Personen im Bildausschnitt.

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dramatica
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