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Siehe auch: 16.2.2007 - Von Markus Hänsel bis zu Donatus Prinz von Hohenzollern - Gedanken zur Identität eines Autors im 20. und 21. Jahrhundert
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Spiegel-Online deckt auf: "Die schönsten Seiten des Schwachsinns"

Das Geschäft der Zuschussverlage mit den Autoren - bis zu 30.000 Euro für Beutlichs Blödsinn - dadaistische Rechtfertigung des August Goethe Literaturverlags

Spiegel-Online deckt auf: "Die schönsten Seiten des Schwachsinns"

"Die Post, die sechs sogenannten Zuschussverlagen in Deutschland und Österreich im Dezember 2008 zugeht, trägt als Absender den Namen Rico Beutlich. Der stellt sich als Krankenpfleger aus Dresden vor, berichtet von seinem Engagement als Kostümwart im Indianerclub Winnetou im sächsischen Radebeul und davon, dass er seinen 'ersten Roman' fertiggestellt habe." So beginnt der Artikel auf Spiegel Online.

Fast noch amüsanter, wenn es nicht so üble Geschäftemacherei wäre, sind die Ausreden der "Verlage" auf die Nachfrage, wie sie auf den offensichtlichen Blödsinn hereinfallen konnten. Frau Fischer von R.G.Fischer (15.910 bis 30.260 Euro) meinte nicht ungeschickt: Würde etwa Harald Schmidt die Textpassage über "Brot mit Butter darauf für die Welt" vortragen, "hätte er die Lacher auf seiner Seite".

Der Wagner Verlag ist von den "wirklich tollen Ideen" begeistert, die sogenannte  "Deutsche Literaturgesellschaft" (8.119,11 Euro Softcover oder 16.687,28 Euro Hardcover) lässt wissen, die "Lektorenkonferenz" habe sich für das Buch entschieden, die Verlagsleitung habe dem zugestimmt, der Text sei "veröffentlichungswürdig". Auch der österreichische Novum Verlag war angetan.

Den Vogel schießt der angebliche Julius Graf von Hirschsprung (dahinter verbirgt sich möglicherweise der nichtadelige Namensträger Markus von Hänsel-Hohenhausen alias Prinz von Hohenzollern alias Leopold von Emden) mit seinem Rechtfertigungsversuch ab: Der Text sei "für unsere dadaistische Buchreihe vorgesehen". Nicht unamüsant, wenn auch reichlich surreal. Der Hänselsche Frankfurter August von Goethe Literaturverlag hat  laut Spiegel für das 608 Seiten-Nonsenswerk, je nach Vertragsvariante, ganz real 16.751 bzw. 20.711 Euro verlangt.

Nur der Frieling Verlag ist dem Schwachsinn letztendlich nicht aufgesessen. Höflich lehnt er ab: "Sowohl die sprachliche Gestaltung als auch die inhaltliche Konzeption Ihres Textes genügen in der vorliegenden Form nicht unseren verlegerischen Ansprüchen."

Autor Beutlich liegt scheinbar in der Tinte, aber in Wirklichkeit ist er drei Literaten, die, laut Spiegel Online, die Zuschussverlage prüfen wollten: Tom Liehr aus Berlin, Michael Janßen aus Dortmund und Michael Höfler aus Dresden. Sie haben sich für Ihre Anfragen "neun Seiten Stuss ausgedacht" und verschickt. Das Manuskript haben sie dann mit Texten aus rechtefreien Werken aufgeblasen, den Schwachsinn kann man auch auszugsweise anhören: Youtube


Mehr über Zuschuss-, Dienstleister-, und Pseudoverlage auch hier: Aktionsbündnis für faire Verlage