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Siehe auch: 16.2.2007 - Von Markus Hänsel bis zu Donatus Prinz von Hohenzollern - Gedanken zur Identität eines Autors im 20. und 21. Jahrhundert
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50 Jahre „Writers in Prison“-Programm des P.E.N.

Zeugnisse des Abgrunds – Vermächtnis eines Jahrhunderts

15.11.2010,  20.00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr. 24, 10719 Berlin

Solidarbeitrag: 10,-€ / 6,-€ | Vorbestellungen: (030) 254 89 100

 

 

Berliner Festspiele, internationales literaturfestival berlin

und das P.E.N.- Zentrum Deutschland laden ein zu einem Abend der Erinnerung

 

 

Große Schauspielerinnen und Schauspieler lesen Texte aus den Abgründen des vergangenen Jahrhunderts. Iris Berben, Maria Schrader, Sylvester Groth, Thomas Thieme und Manfred Zapatka geben ihre Stimme Schriftstellern, die als Verfolgte in die Mordmaschinerie der Tyrannen des letzten Jahrhunderts geraten sind. Sie lesen aus den Werken von Imre Kertész, Primo Levi, Soma Morgenstern, Warlam Schalamow und Jorge Semprún, von Schriftstellern, die Worte für das Unfassbare und Unbegreifliche gefunden haben. Ihre Berichte bleiben eine Botschaft für das 21. Jahrhundert. Ein Abend der Solidarität mit verfolgten Autorinnen und Autoren in aller Welt.

 

Es spricht Klaus Harpprecht zu dem Thema „Kein Schweigen hinter Gittern – Zum Auftrag von „Writers in Prison“.

Die jungen Musiker der Gruppe Tri.Novo setzen einen musikalischen Akzent.

 

Der Friedensnobelpreis für den chinesischen Schriftsteller Liu Xiaobo, dem am 11. November in Darmstadt der Hermann-Kesten-Preis 2010 verliehen wird, wirft ein Schlaglicht auf das Leiden jener, die wegen ihres Einsatzes für Demokratie und Menschenrechte grausam verfolgt werden – nicht nur in China, sondern in vielen Ländern dieser Welt wie dem Iran, Kuba oder der Türkei. Unter den jeweiligen Regimen werden Schriftsteller und Journalisten zu Opfern. Ihr Leidensweg ist gekennzeichnet durch regierungshörige Justizorgane, Folter, langjährige Gefängnisstrafen unter Qualen und Erniedrigung. Und mancherorts werden sie wegen ihres Einsatzes für die Menschenrechte ermordet.

 

Als die internationale Schriftstellervereinigung P.E.N. (Poets, Essayists, Novelists) 1921 in London gegründet wurde, feierten die Beteiligten die Begebenheit eher als ein gesellschaftliches Ereignis. Nur in wenigen Fällen sah sich die Organisation in jenen Jahren zu Solidaritätsaktionen mit verfolgten Schriftstellern veranlasst. Die Erfahrung des zweiten Weltkriegs, die Verfolgungen und Morde unter der Schreckensherrschaft Hitlers und Stalins änderte die ursprünglich unpolitische Grundhaltung des P.E.N. Die Organisation entwickelte sich zu einem weltweiten Solidarbündnis im Kampf für die Presse- und Meinungsfreiheit und für die Unterstützung verfolgter Schriftsteller und Journalisten.

 

Um den neuen Herausforderungen besser gerecht zu werden, gründete der P.E.N. 1960 das Writers in Prison Committee. Es verfügt über einen Mitarbeiterstab in der internationalen Zentrale des P.E.N. in London und koordiniert die Arbeit der nationalen Sektionen, die in rund siebzig Ländern mitarbeiten. Die zweimal im Jahr herausgegebene „Case list“, in der die Fälle der Verfolgung und Ermordung aufgelistet werden, nennt jeweils an die tausend Namen von Autorinnen und Autoren, die Opfer der Verfolgung wurden (www.internationalpen.org.uk).

 

Die deutsche Sektion des P.E.N. nimmt den 50. Jahrestag der Gründung des Writers in Prison Committees zum Anlass, um an das Vermächtnis zu erinnern, das das vergangene Jahrhundert den Nachgeborenen auferlegt hat. Denn die Unterdrückung, Verfolgung, Folterung und Ermordung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Journalistinnen und Journalisten blieb nicht den Tyrannen des vergangenen Jahrhunderts vorbehalten, wie die Case list jedes Jahr aufs Neue beweist: Morde, die von den Regierungen geduldet werden und die deshalb ungesühnt bleiben, Folter und Torturen im Gefängnis. Wir wollen mit dieser Veranstaltung die Öffentlichkeit einladen, an dem Kampf gegen Unrecht, Willkür und Grausamkeit teilzuhaben.

 

Die Berliner Festspiele, das internationale literaturfestival berlin und das P.E.N.-Zentrum Deutschland laden ein zu einem Abend der Erinnerung und Solidarität mit verfolgten Autorinnen und Autoren: am Montag, den 15. November 2010 um 20.00 Uhr ins Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24 (Berlin-Wilmersdorf).

 

P.E.N.-Zentrum Deutschland
Kasinostraße 3
D-64293 Darmstadt
Tel. 06151-23120
Fax 06151-293414
eMail PEN-Germany@t-online.de
www.pen-deutschland.de