Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich hatte immer nur schreiben wollen.« – Paul Auster

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Mohammed Abbou

Januar 2006
Mohhamed Abbou, tunesischer Internet-Autor, Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist, wurde im März 2005 aufgrund eines Artikels verhaftet, der neun Monate zuvor im Internet veröffentlicht wurde. In diesem Artikel prangerte Mohammed Abbou Folter in Tunesien an.

Nach seiner Inhaftierung am 1. März 2005 brachte man ihn in ein Gefängnis in Tunis. Am 29. April 2005 wurde er zunächst wegen eines Vorfalls auf einer Konferenz im Jahr 2002, bei dem er angeblich eine Kollegin tätlich angegriffen hat, zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Weitere achtzehn Monate Haft erhielt er für die „Verbreitung von Informationen, die die öffentliche Ordnung stören“ und wegen „Diffamierung von Gerichtsinstanzen“ in einem Artikel, der auf der Webseite der Tunisnews (www.tunisnews.net) erschien und die Folterungen politischer Gefangener in tunesischen Gefängnissen mit den Misshandlungen durch US-Soldaten im Abu Ghraib-Gefängnis verglich.

Es wird angenommen, dass die Verhaftung und die anschließende Gefängnisstrafe (die in einem Berufungsverfahren vom 10. Juni 2005 bestätigt wurde) unmittelbar mit einem anderen Artikel zusammenhängt, der am 28. Februar 2005 ins Netz gestellt wurde und in dem Mohammed Abbou Präsident Ben Ali ironisch mit dem israelischen Premierminister Ariel Sharon vergleicht.

Mohammed Abbou ging im Juli 2005 in einen mehrtägigen Hungerstreik, um, laut eigenen Worten, „die Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung zu ziehen, unter der in meinem Land alle zu leiden haben, die eine andere Meinung vertreten.“

Appelle zur Freilassung von Mohammed Abbou bitte an:

President Zine El Abidine Ben Ali
Président de la République
Palais Présidentiel
Tunis
Tunisia

Fax : 00 216 71 744 721

Vorhergehende Fälle

März 2009 / Februar 2009 / November 2008 / Oktober 2008 / September 2008 / August 2008 / Juli 2008 / Juni 2008 / Mai 2008 / April 2008 / März 2008 / Februar 2008 / Dezember 2007 / November 2007 / Oktober 2007 / September 2007 / Juli 2007 / Juni 2007 / Mai 2007 / April 2007 / März 2007 / Februar 2007 / Januar 2007 / November 2006 / Oktober 2006 / September 2006 / August 2006 / Juli 2006 / Juni 2006 / Mai 2006 / April 2006 / März 2006 / Februar 2006 / Januar 2006 / Dezember 2005 / November 2005 / Oktober 2005 / September 2005 / August 2005 / Juli 2005 / Juni 2005 / Mai 2005 / April 2005 /


 

Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

Amnesty International, deutsche Sektion

Article 19

Forum Menschenrechte

Freedom House (New York)

Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

Human Rights in the Internet

Human Rights Watch (New York)

Institut für Menschenrechte, Berlin

International Helsinki Federation

Index on Censorship

Instituto Prensa y Sociedad

International Freedom of Expression Exchange

Nürnberger Menschenrechtszentrum

Verein "Journalisten helfen Journalisten"