Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich hatte immer nur schreiben wollen.« – Paul Auster

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Shi Tao

Februar 2006
In China sitzen zurzeit einunddreißig Internet-Dissidenten zum Teil lange Haftstrafen ab. Unter ihnen Dichter, freier Journalist und Schriftsteller Shi Tao. Sein Fall ist insofern besonders bemerkenswert, als dass Informationen, die vom Provider Yahoo! stammten, zu seiner Inhaftierung führten.

Shi Tao wurde am 24. November 2004 festgenommen, nachdem er Anweisungen des chinesischen Propaganda-Ministeriums an die Medien, nicht über den 15. Jahrestag des Tiananmen-Massakers zu berichten, per Email weitergeleitet hatte. Wegen „Enthüllung von Staatsgeheimnissen“ wurde er am 27. April 2005 zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Die in San Francisco ansässige Dui Hua Foundation, die für die Freilassung politischer Gefangener in China streitet, hat den Urteilsspruch ins Englische übersetzt. Laut dieser Übersetzung ermöglichte Yahoo! Holding Ltd es der chinesischen Polizei, die Nachricht mit besagtem „Staatsgeheimnis“ bis zu Shi Taos persönlichem Email-Account zurückzuverfolgen. PEN wirft Yahoo! vor, sich zum Komplizen in der Verfolgung Shi Taos gemacht und damit das Recht auf freie Rede missachtet zu haben.

Das Englische PEN ist der Meinung, dass die Freiheitsstrafe Shi Taos gegen Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschrechte der Vereinten Nationen verstößt, in dem das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert wird.

Appelle zur sofortigen und bedingungslosen Freilassung von Shi Tao bitte an:
His Excellency Hu Jintao
President of the People’s Republic of China
State Council
Beijing 100020
P.R. China

Vorhergehende Fälle

März 2009 / Februar 2009 / November 2008 / Oktober 2008 / September 2008 / August 2008 / Juli 2008 / Juni 2008 / Mai 2008 / April 2008 / März 2008 / Februar 2008 / Dezember 2007 / November 2007 / Oktober 2007 / September 2007 / Juli 2007 / Juni 2007 / Mai 2007 / April 2007 / März 2007 / Februar 2007 / Januar 2007 / November 2006 / Oktober 2006 / September 2006 / August 2006 / Juli 2006 / Juni 2006 / Mai 2006 / April 2006 / März 2006 / Februar 2006 / Januar 2006 / Dezember 2005 / November 2005 / Oktober 2005 / September 2005 / August 2005 / Juli 2005 / Juni 2005 / Mai 2005 / April 2005 /


 

Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

Amnesty International, deutsche Sektion

Article 19

Forum Menschenrechte

Freedom House (New York)

Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

Human Rights in the Internet

Human Rights Watch (New York)

Institut für Menschenrechte, Berlin

International Helsinki Federation

Index on Censorship

Instituto Prensa y Sociedad

International Freedom of Expression Exchange

Nürnberger Menschenrechtszentrum

Verein "Journalisten helfen Journalisten"