Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich hatte immer nur schreiben wollen.« – Paul Auster

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Adolfo Fernández Saínz

März 2006
Im März 2003 organisierte Fidel Castro den seit über zehn Jahren größten Schlag gegen politische Dissidenten. Rund achtzig Personen, darunter vierunddreißig Schriftsteller, Journalisten und Bibliothekare, wurden festgenommen. Bei den eintägigen Schnellverfahren am 3. und 4. April 2003 wurden die meisten Festgenommenen nach Artikel 91 des Strafgesetzbuchs und dem Gesetz Nr. 88 verurteilt. Artikel 91 ahndet Vergehen gegen „die Unabhängigkeit oder die territoriale Integrität des Staates“, für die sogar die Todesstrafe verhängt werden kann. Das Gesetz Nr. 88 ist in der Vergangenheit oft dazu verwendet wurde, Schriftsteller und Journalisten ins Gefängnis zu bringen. Es erlaubt dem Staat, Haftstrafen von bis zu zwanzig Jahren über Personen zu verhängen, deren Taten angeblich darauf abzielen, „die innere Ordnung der Nation zu untergraben und ihr politisches, ökonomisches und soziales System zu vernichten.“

Adolfo Fernández Saínz, unabhängiger Journalist, Übersetzer und Streiter für eine Demokratie in Kuba, gehörte zu den Festgenommenen vom März 2003. Ihm wurde der Prozess unter Verletzung der international anerkannten juristischen Normen gemacht: Das Verfahren fand hinter geschlossenen Türen statt und ohne dem Angeklagten genug Zeit zu geben, eine adäquate Verteidigung aufzubauen. Saínz wurde im Sinne des Gesetzes Nr. 88 für schuldig befunden und zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Saínz wird in Holguín festgehalten, 730 Kilometer von seiner Heimat und seiner Familie in Havanna entfernt. Wie bekannt wurde, ist er bereits mehrfach aus Protest gegen die Haftbedingungen, Gewalt gegen Mithäftlinge und gegen das eingeschränkte Besuchsrecht seiner Familie in Hungerstreik getreten. Sein Gesundheitszustand gibt Anlass zu tiefer Sorge: Er leidet laut Berichten an einem Lungenemphysem, einer Ziste in einer Niere, einem Leistenbruch, einer Prostatahypertrophie und unter hohem Blutdruck.

Appelle zur sofortigen und bedingungslosen Freilassung von Adolfo Fernández Saínz bitte an:

His Excellency Fidel Castro Ruz
President of Cuba
c/o Cuban Mission to the United Nations
New York, NY
USA
Fax: +1 212 779 1697

Vorhergehende Fälle

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Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

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Article 19

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