Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Literatur darf keine fertigen Erklärungen liefern, Literatur ist ein Spiel der Gedanken.« – Paolo Maurensig

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Jennifer Latheef

April 2006

Jennifer Latheef, Malediven
Beruf: Journalistin, Menschenrechtsaktivistin und Demokratiebefürworterin.
Inhaftierung: 12. August 2005
Jennifer Latheef wurde als Mitglied der neu gegründeten Maledivischen Demokratischen Partei (MDP) während einer friedlichen Demonstration in Malé am 12. August 2005 festgenommen. Angeklagt wurde sie wegen terroristischer Aktivitäten und wegen Aufhetzung zur Gewalt bei den Aufständen im Jahr 2003, bei denen sie angeblich einen Polizisten mit einem Stein beworfen haben soll. Latheef wies die Vorwürfe vehement zurück. Am 18. Oktober 2005 verurteilte man sie zu zehn Jahren Haft.
Latheef wurde bereits am 22. September 2003 festgenommen, weil sie über die Aufstände in Malé berichtete, die sich nach dem Tod Evan Naseems ereigneten. Der im Maafushi-Gefängnis einsitzende Gefangene war am 19. September 2003 vom Sicherheitspersonal zu Tode geprügelt worden. Latheef wurde im November 2003 freigelassen, am 13. August 2004 aber mit weiteren zweihundert Personen, die an einer friedlichen Demonstration teilnahmen, wieder festgenommen und vierundsiebzig Tage ohne Anklage festgehalten. Es wird allgemein angenommen, dass Latheef nicht nur wegen ihrer journalistischen Arbeit verfolgt wird, sondern auch, um Druck auf ihren Vater Mohammed Latheef, Oppositionspolitiker und Mitbegründer der demokratischen Partei, auszuüben.

Vorhergehende Fälle

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Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

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