Autoren-Magazin

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Zitat des Tages: »Ein guter Satz geht immer in die Kindheit zurück.« – Peter Handke

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Aref Dalila

September 2006

Aref Dalila, Syrien
Dr. Aref Dalila, ehemaliger Professor, Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Damaskus, Autor der verbotenen Wochenzeitung Al-Doumari und einer der Aktivisten des „Damaszener Frühling“ wurde am 9. September 2001 nach einer Lesung verhaftet, bei der er zu Demokratie und Transparenz aufgerufen hatte. Er wurde von Amnesty International als „Gewissensgefangener“ bezeichnet.

Dr. Dalila hat die vergangenen Jahre in Einzelhaft in der Abteilung für politische Gefangene im Adra-Gefängnis in Damaskus verbracht. In einem Prozess, der internationalen Standards keinesfalls genügte, wurde er Anfang 2002 vom Obersten Staatssicherheitsgericht zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt.  

Laut unseren Quellen wurde er während des Verhörs misshandelt und geschlagen. Man warf ihm vor, durch Schwächung des Nationalgefühls, Verbreitung falscher Nachrichten und Erzeugung von rassistischen und konfessionellen Spannungen gewaltsam die Verfassung ändern zu wollen. Unserer Meinung nach jedoch liegt seine Verhaftung in der Rolle begründet, die Dalila im „Damaszener Frühling“ spielte, eine Gruppierung, die nach dem Tod des früheren Präsidenten Hafez al-Asad im Juni 2000 und der nachfolgenden Übernahme durch seinen Sohn Bashar al-Asad gegründet wurde. Syrische Intellektuelle und Oppositionelle begannen eine friedliche Bewegung, deren Ziel Freiheit und Demokratie in Syrien war. Nach nur wenigen Monaten jedoch stoppte die syrische Obrigkeit die Entwicklung, indem sie zehn Aktivisten verhafteten. Die meisten sind inzwischen wieder frei, Dr. Dalila jedoch nicht.

Laut Berichten ist Dr. Dalilas Gesundheitszustand bedenklich. Er hat Diabetes und ist herzkrank. Durch die Haftbedingungen und die Misshandlungen hat sich sein Zustand weiterhin verschlechtert. Im Juli 2005 ging er in Hungerstreik, um gegen die Einzelhaft und die raue Behandlung zu protestieren. Kürzlich hat er sich einer Herzoperation unterziehen müssen und wird möglicherweise in naher Zukunft eine weitere brauchen.

Appelle zur sofortigen und bedingungslosen Freilassung von Dr. Aref Dalila und Forderungen nach notwendiger medizinischer Versorgung bitte c/o an die syrische Botschaft:

His Excellency Sami M Khiyami
Embassy of the Syrian Arab Republic
8 Belgrave Square
London SW1X 8PH

Vorhergehende Fälle

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Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

Amnesty International, deutsche Sektion

Article 19

Forum Menschenrechte

Freedom House (New York)

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Human Rights in the Internet

Human Rights Watch (New York)

Institut für Menschenrechte, Berlin

International Helsinki Federation

Index on Censorship

Instituto Prensa y Sociedad

International Freedom of Expression Exchange

Nürnberger Menschenrechtszentrum

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