Schriftsteller im Gefängnis
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Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).
Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05
Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org
Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen
Fall des Monats
Normando Hernández González, Kuba
Februar 2007
Normando Hernández González, Kuba
Beruf: Direktor des Colegio de Periodistas Independientes de Camagüey
Inhaftierung: Als vermeintlicher Dissident während einer Verhaftungswelle inhaftiert, die am 18. März 2003 begann und bei der ungefähr 80 Menschen festgenommen wurden.
Prozess: Einer von 35 Journalisten, Autoren und Bibliothekaren, die am 3. und 4. April 2003 in eintägigen Verhandlungen verurteilt wurden. Die Anhörungen wurden hinter verschlossen Türen abgehalten und boten den Angeklagten nicht genügend Zeit, eine Verteidigung aufzubauen.
Urteil: 25 Jahre unter Berufung auf Artikel 91 und anderen Artikeln des kubanischen Strafgesetzbuches.
Inhaftierungsort: Das Gefängnis „Kilo 5 ½“ in Pinar del Rio bis zur Verlegung im Dezember 2006.
Neue Entwicklungen: Im Dezember 2006 wurde Hernández in ein Provinzkrankenhaus von Camagüey verlegt. Da er infolge einer Erkrankung über 15 Kilo abgenommen hatte, soll er sich in Lebensgefahr befinden. PEN verlangt aus Gesundheitsgründen seine sofortige Freilassung.
Hintergrund: Am 18. März 2003 begann die kubanische Regierung, unabhängige Journalisten, Schriftsteller, Bibliothekare und Bürgerrechtler festzunehmen, denen Verrat vorgeworfen wurde. Als „Söldner“ betitelt, beschuldigte man Hernández und die anderen Angeklagten, für die USA zu arbeiten, zu spionieren und die ausländische Presse mit falschen Reportagen zu versorgen, um eine Reaktion im Ausland hervorzurufen. Während der Verhandlungen wurde deutlich, dass die Regierung die Angeklagten wegen regimekritischer Gedanken und Verbreitung von der Obrigkeit unliebsamen Informationen bestrafen wollte.
Seit Beginn seiner Gefangenschaft im April 2003 leidet Hernández ständig unter Gesundheitsproblemen, die größtenteils auf die extrem schlechten Haftbedingungen zurückzuführen sind. Dazu gehört hoher Blutdruck, eine nicht näher bestimmte Herzkrankheit, Unterleibsbeschwerden, Tuberkulose, chronische Diarrhoe und Magengeschwüre. Die medizinische Versorgung beschränkt sich auf das nötigste. Durch die ständigen Verlegungen innerhalb des Gefängnisses und die Transfers zwischen Krankenhaus und Gefängnis, konnte Hernández sich bisher nicht erholen. Laut Berichten soll er außerdem mehrere Hungerstreiks initiiert haben, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren; er wurde von Wachen misshandelt und in Zellen mit gefährlichen und geistesgestörten Häftlingen gesteckt und musste bereits mehrfach in Isolationshaft. Seine Frau soll bei dem Versuch, ihn zu besuchen, schikaniert worden sein; mindestens einmal wurde sie nackt ausgezogen und verhört, bevor ihr erlaubt war, ihren Mann zu sehen.
Senden Sie Appelle, in denen Sie:
- Ihre große Sorge über den sich verschlechternden Gesundheitszustand von Normando Hernández González ausdrücken und eine sofortige und ausreichende medizinische Versorgung verlangen.
- seine Freilassung aus gesundheitlichen Gründen fordern, sowie die Freilassung der Schriftsteller und Journalisten in kubanischen Gefängnissen verlangen, denen das Recht auf freie Meinungsäußerung versagt wird.
Appelle an:
President Raul Castro Ruz
Presidente Interino
La Habana, Cuba
Fax: + 53 7 8333085
Attorney-General
Dr. Juan Escalona Reguera
Fiscal General de la República
Fiscalía General de la República, San Rafael 3, La Habana, Cuba
Fax: + 53 7 669 485 / 333 164
Interior Minister
General Abelardo Colomé Ibarra
Ministro del Interior y Prisiones
Ministerio del Interior, Plaza de la Revolución, La Habana, Cuba
Fax: + 53 7 8301 566
Vorhergehende Fälle
März 2009 / Februar 2009 / November 2008 / Oktober 2008 / September 2008 / August 2008 / Juli 2008 / Juni 2008 / Mai 2008 / April 2008 / März 2008 / Februar 2008 / Dezember 2007 / November 2007 / Oktober 2007 / September 2007 / Juli 2007 / Juni 2007 / Mai 2007 / April 2007 / März 2007 / Februar 2007 / Januar 2007 / November 2006 / Oktober 2006 / September 2006 / August 2006 / Juli 2006 / Juni 2006 / Mai 2006 / April 2006 / März 2006 / Februar 2006 / Januar 2006 / Dezember 2005 / November 2005 / Oktober 2005 / September 2005 / August 2005 / Juli 2005 / Juni 2005 / Mai 2005 / April 2005 /
Links zu Medien- und Meinungsfreiheit
Amnesty International, deutsche Sektion
Article 19
Freedom House (New York)
Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte
Human Rights in the Internet
Human Rights Watch (New York)
Institut für Menschenrechte, Berlin
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