Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich habe über mich geschrieben und über ein paar Menschen um mich herum.« – Judith Hermann

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 900, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

José Luis García Paneque, Kuba

Juni 2007

José Luis García Paneque, Kuba

Der Journalist, Bibliothekar und Arzt José Luis García Paneque, Jahrgang 1965, war einer von rund 80 Personen, die im Zuge einer Razzia gegen vermeintliche Dissidenten am 18. März 2003 verhaftet wurden. Er und 33 andere Schriftsteller, Journalisten und Bibliothekare wurden am 3. und 4. April 2003 in eintägigen Verhandlungen verurteilt.
Die Schnellverfahren wurden hinter geschlossenen Türen abgehalten und ließen der Verteidigung kaum Möglichkeiten zur Vorbereitung. Paneque wurde im Sinne von § 91 im Strafgesetzbuch unter dem Vorwurf, „ausländischen Mächten zu dienen“, zu vierundzwanzig Jahren Gefängnis verurteilt. Ursprünglich war die Strafe nur auf 18 Jahre angesetzt, doch das Gericht verlängerte die Dauer ohne weitere Erklärung.
Laut Berichten leidet Paneque seit seiner Haft an Anfällen von Geisteskrankheit und Klaustrophobie. Er wurde im Juli 2004 in die Krankenstation des Prisón de Jóvenes in Villa Clara verlegt, später, im November 2004, mit Darmbeschwerden ins Krankenhaus des Combinado del Este in Havana. Im März 2005 gingen Berichte ein, nach denen Paneque seit seiner Inhaftierung über die Hälfte seines Körpergewichts verloren habe. Der ehemalige Mithäftling Raúl Rivero sagte am 12. April 2005, García sei in eine Gefängnispsychiatrie transferiert worden, was, laut Rivero, auf seine baldige Freilassung hinwiese. Paneque gilt als einer der elf politischen Gefangenen in Kuba, deren Gesundheitszustand als extrem kritisch bezeichnet wird.
In den vergangenen Jahren wurde immer wieder die Sorge ausgesprochen, dass Paneque Ziel von Angriffen seiner Mithäftlinge sei. Im Jahr 2006 bat seine Frau, Yamilé Llanes Labrada um ein Gespräch mit dem Gefängnisdirektor, doch die Gefängnisverwaltung stritt ab, etwas von diesem Problem zu wissen. Paneques Familie muss sich außerdem seit seiner Inhaftierung mit Schikanierungen und Benachteiligungen auseinandersetzen. 

Um Paneques Freilassung zu erwirken, schreiben Sie an Präsident Fidel Castro über den kubanischen Vertreter in London:
His Excellency Rene J Mujica Cantelar
167 High Holborn
London WC1 6PA
Fax: 020 7836 2602
Email: embacuba@cubaldn.com

Vorhergehende Fälle

März 2009 / Februar 2009 / November 2008 / Oktober 2008 / September 2008 / August 2008 / Juli 2008 / Juni 2008 / Mai 2008 / April 2008 / März 2008 / Februar 2008 / Dezember 2007 / November 2007 / Oktober 2007 / September 2007 / Juli 2007 / Juni 2007 / Mai 2007 / April 2007 / März 2007 / Februar 2007 / Januar 2007 / November 2006 / Oktober 2006 / September 2006 / August 2006 / Juli 2006 / Juni 2006 / Mai 2006 / April 2006 / März 2006 / Februar 2006 / Januar 2006 / Dezember 2005 / November 2005 / Oktober 2005 / September 2005 / August 2005 / Juli 2005 / Juni 2005 / Mai 2005 / April 2005 /


 

Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

Amnesty International, deutsche Sektion

Article 19

Forum Menschenrechte

Freedom House (New York)

Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

Human Rights in the Internet

Human Rights Watch (New York)

Institut für Menschenrechte, Berlin

International Helsinki Federation

Index on Censorship

Instituto Prensa y Sociedad

International Freedom of Expression Exchange

Nürnberger Menschenrechtszentrum

Verein "Journalisten helfen Journalisten"