Autoren-Magazin

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Zitat des Tages: »Ich war schon immer nah am Schreiben.« – Sibylle Lewitscharoff

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Dolma Kyab, China

Juli 2007

Dolma Kyab
China

Im März 2005 wurde der einunddreißigjährige Autor und Lehrer Dolma Kyab (alias Lobsang Kelsang Gyatso) in einer geheimen Verhandlung in Lhasa zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Behörden leugnen jedoch seine Inhaftierung.

Zur Zeit seiner Festnahme war Dolma Kyab Geschichtslehrer in einer Mittelschule in Lhasa. Die Vorwürfe gegen ihn basieren vermutlich auf dem Verdacht der „Staatsgefährdung“ durch ein von Dolma Kyab verfasstes Manuskript mit dem Titel „Der Himalaya in Bewegung“. In einem Brief aus dem Gefängnis vom November 2005 stellt Dolma Kyab einen Zusammenhang zwischen seiner Inhaftierung und seinem unveröffentlichten Buch her, in dem er detailliert über die tibetanische Geografie, Geschichte und Religion schreibt. 

Das Buch allein würde im chinesischen Strafrecht kein solch hartes Urteil zur Folge haben, aber laut Dolma Kyab wurde er außerdem der Spionage und Weitergabe von Staatsgeheimnissen beschuldigt. Das Tibetanische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie vermutet, dass diese Anklage auf Informationen über Lage und Anzahl chinesischer Militärbasen im chinesisch besetzten Gebiet Tibets beruhen, die in Dolma Kyabs Manuskript zu finden sind.

Dolma Kyabs Schriften basieren auf dem Wunsch, die Meinungen der tibetanischen Jugend zu verschiedenen Themen wie Menschenrechte, Demokratie, Literatur und Kultur auszudrücken. Außerdem sei, wie berichtet wird, Dolma Kyab besonders beunruhigt über die Zerstörung der tibetanischen Umwelt durch chinesische Einwirkung. Keine seiner Artikel und Kommentare sind bislang veröffentlicht worden.

Internationale Menschenrechtler äußern ihre Besorgnis über Dolma Kyabs Gesundheitszustand. In der Haft vor seiner Verurteilung erkrankte er laut Berichten an Tuberkulose und wurde nach ärztlicher Behandlung im März 2006 ins Chushul-Gefängnis (Chinseisch: Qushui) in der Autonomen Region Tibet (TAR) transferiert.

Um seine Freilassung unter Berufung auf das Recht auf freie Meinungsäußerung zu erwirken, schreiben Sie an die Chinesische Botschaft in London: 
Her Excellency Mrs Fu Ying
Embassy of the People’s Republic of China
49-51 Portland Place
London W1B4JL


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