Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich bewegte mich zu langsam. Es war viel leichter, ein Dichter zu sein.« – T.S. Eliot (über seine Zeit als Boxer)

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Normando Hernández González, Jamshid Karimow, Fatou Jaw Manneh, Yaghoub Yadali

November 2007


Kuba, Usbekistan, Gambia und Iran

Der kubanische Journalist Normando Hernández González wurde 2003 während einer Verhaftungswelle als vermeintlicher Dissident festgenommen. Er sitzt zur Zeit eine 25jährige Haftstrafe wegen „Gefährdung der staatlichen Unabhängigkeit und territorialer Unversehrtheit“ ab, die aufgrund seiner Kritik an der Regierung verhängt wurde. Die schlechten Haftbedingungen und kontinuierliche Misshandlung führten in diesem Jahr zu einer drastischen Verschlechterung seines Gesundheitszustands. Nach Appellen von PEN und andere Organisationen wurde er im September in ein Militärhospital gebracht. Hernández ist Ehrenmitglied des amerikanischen und englischen PEN und erhielt 2007 den American PEN/Barbara Goldsmith Freedom to Write Award.

Jamshid Karimow, usbekischer Journalist und Neffe von Präsident Karimow, wird seit über einem Jahr in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung festgehalten. Er ist bekannt für seine offene Kritik an der Regierung und für Artikel mit sozialpolitischem Inhalt in unabhängigen Zeitschriften und Online-Magazinen. Im September 2006 wurde er vermisst und schließlich in einer psychiatrischen Anstalt aufgefunden. Die Behörden halten ihn ohne Angabe von Gründen dort fest, und es besteht der Verdacht, dass die vermeintliche psychiatrische Behandlung Vorwand für die Bestrafung des unabhängigen Journalisten, Regierungskritikers und Menschenrechtlers ist.

Die gambische Journalistin Fatou Jaw Manneh, deren Prozess gegenwärtig noch nicht abgeschlossen ist, sieht durch ihre Kritik am gambischen Präsidenten einer schweren Strafe wegen Volksverhetzung entgegen. Manneh, die von den USA aus für die AllGambian.net-Website und zuvor für die gambische unabhängige Zeitung Daily Observer schrieb, wurde bei ihre Ankunft in Banjul im März 2007 verhaftet. Ihr Prozess wurde immer wieder verschoben, was zu Spekulationen Anlass gab, dass dem Staat Beweise fehlten. PEN ist der Ansicht, dass die strafrechtliche Verfolgung Mannehs gegen das Recht auf freie Rede verstößt, die die Gambische Verfassung und die Internationalen Abkommen über Menschenrechte garantieren.

Der iranische Romanautor Yaghoub Yadali sitzt gegenwärtig eine einjährige Haftstrafe wegen „Beleidigung zur Aufhetzung der Öffentlichkeit“ ab. Yadali wurde verurteilt wegen seiner fiktionalen Charakterisierung der ethnischen Minderheit der Luren, obwohl er selbst dazu gehört und in dem betreffenden Gebiet als Autor preisgekrönt wurde. Seit seiner Inhaftierung wird nichts mehr von ihm veröffentlicht, seine Bücher wurden vom Markt genommen, außerdem hat man ihm seine Stelle gekündigt. PEN ist der Ansicht, sein Haftstrafe sei ein Verstoß gegen das Recht auf freie Rede, und verlangt in Übereinstimmung mit Artikel 19 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, den der Iran unterzeichnet hat, die Aufhebung seines Urteils. 

Vorhergehende Fälle

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Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

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