Autoren-Magazin

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Zitat des Tages: »Ich hatte immer nur schreiben wollen.« – Paul Auster

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Hu Jia, China

März 2008
Der Bürgerrechtler und Journalist Hu Jia, vor allem bekannt durch sein Engagement für Umweltschutz und AIDS, wurde am 27. Dezember 2007 in seiner Wohnung verhaftet. Die offizielle Anklage lautet „Aufwiegelung gegen die Staatsgewalt“, was der chinesischen Regierung die Möglichkeit gibt, ihn bis nach den Olympischen Spielen in Untersuchungshaft festzuhalten.
Diese und andere, ähnlich begründete Verhaftungen lassen darauf schließen, dass die chinesische Regierung ihre „vorolympische Verfolgung“ von Dissidenten verstärkt. Hu Jia selbst hatte kürzlich über Webcam vor der Europäischen Union ausgesagt, dass die Olympischen Spiele in seinen Augen ein „Menschenrechtsdesaster“ seien.
Hu Jias Verhaftung ereignete sich nur wenige Tage, nachdem die Regierung Mitglieder des unabhängigen PEN Centre festgenommen hatten, und vierzehn Tage nach der Inhaftierung von Wang Dejia, ein weiterer Dissident und Bürgerrechtler, der ebenfalls vor kurzem die Menschenrechtssituation in seinem Land kritisiert hatte.
Seit Hu Jias Verhaftung wird seine Familie massiv schikaniert. Seine Frau Zeng Jingyan und seine Tochter, die zum Zeitpunkt der Verhaftung einen Monat alt war, stehen inzwischen unter Hausarrest. Internet- und Telefonverbindungen wurden unterbrochen, ihr Handy wird abgehört, die Wohnung durch Polizei überwacht. Freunde, die Zeng und dem Baby Milch bringen wollten, wurden vor dem Haus abgefangen und verhört. Verschiedene Anhänger Hu Hias, unter anderem PEN-Mitglied Li Jianhong, sind durch ihre Beteiligung an dem Fall ebenfalls in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
Hu Jia sitzt gegenwärtig im Gefängnis von Beijing. Nach Informationen von Reporter ohne Grenzen, durfte sein Anwalt ihn am 4. Februar besuchen. Seine Eltern und seine Frau (nicht jedoch das Baby) bekamen am 10. Februar eine Besuchserlaubnis. Hu Jia wirke „müde und gestresst“, hieß es, weise allerdings keine Anzeichen von Misshandlung auf. Da Hu Jia jedoch unter anderem an Leberzirrhose leidet, ist zu befürchten, dass sich sein Zustand im Gefängnis ernsthaft verschlechtert, sofern man ihm eine ausreichende medizinische Versorgung verweigert.
 
Hu Jia wurde bereits im Februar 2006 verhaftet und einundvierzig Tage lang festgehalten. Anschließend wurde er unter Hausarrest gestellt. Während dieser Zeit führte Hu Jia Tagebuch und filmte seine Bewacher, woraus die 30-minütige Dokumentation Gefangene der Freiheitsstadt entstand.  
 
Fordern Sie Hu Jias sofortige und bedingungslose Freilassung, sofern seine Inhaftierung gegen Artikel 19 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte verstößt, das China 1998 unterzeichnet hat. Drücken Sie Ihre Sorge um seinen Gesundheitszustand aus und verlangen Sie, dass er die nötige medizinische Versorgung erhält. Protestieren Sie gegen die Drangsalierung seiner Familie.
 
Appelle an:
 
His Excellency Hu Jintao
President of the People's Republic of China
State Council
Beijing 100032
P.R.China.

Procurator General Mr. Jia Chunwang
Supreme People's Procuratorate
Beiheyan Street 147
100726 Beijing
P.R.China


Vorhergehende Fälle

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