Schriftsteller im Gefängnis
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Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).
Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05
Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org
Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen
Fall des Monats
Djamshid Karimov, Usbekistan
Mai 2008
Djamshid Karimov, ein Journalist, der für seine offene Kritik an der usbekischen Regierung und seine Artikel zu sozialpolitischen Themen in seinem Land bekannt ist, wird seit über achtzehn Monaten gegen seinen Willen in einem psychiatrischen Klinik festgehalten.
Der Sohn von Präsident Karimovs älterem Bruder, der 1991 gestorben ist, arbeitete vorher freiberuflich für das IWPR (Institute für War and Peace Reporting) mit Hauptsitz in London. Er schrieb außerdem unter dem Pseudonym Andrei Nazarov Beiträge für eine Reihe unabhängiger Zeitschriften, unter anderem für die kasachischen Online-Zeitung Liter und die Nachrichten-Site Ferghana.ru in Moskau. In seinen Arbeiten zu sozialen, politischen und wirtschaftlichen Themen ging es häufig um Machtmissbrauch und Korruption lokaler Ämter.
Nach einem Bericht über die Unruhen und das Massaker in Andijon im Mai 2005 stand Karimov unter genauer Beobachtung durch die Regierung. Im August 2006 beschwerte sich die Familie über die intensive Überwachung durch die Polizei. Die telefonische Fernverbindung wurde gekappt. Laut Berichten forderte Karimovs Mutter Margarita erfolglos von den Behörden eine Entfernung aller Abhöreinrichtungen von ihrem Besitz. Ebenfalls im August 2006 zog man Karimovs Pass ein, als er in der Provinz Dschizak ein Ausreisevisa beantragte, um zu einem Journalistenseminar in Kirgisistan zu reisen.
Am 31. August 2006 besuchte Ubaidulla Yamankulov, Gouverneur von Dschizak, Karimov zu Hause und bot ihm eine Stelle in den staatlichen Zeitungen Mulkdor und Tasvir an. Karimov lehnte ab. Kurz darauf war er verschwunden.
Zwei Wochen nach seinem Verschwinden bekamen Freunde Karimovs die Bestätigung, dass er gegen seinen Willen in einer psychiatrischen Klinik in Samarkand festgehalten wurde. Es sei ein sechsmonatiger Aufenthalt vorgesehen, doch die Regierung äußerte sich nicht zu dem Grund, sondern behauptete, es handele sich um eine „Privatangelegenheit“. Seine Verlobte bekam eine Besuchserlaubnis und berichtete von unzureichenden Bedingungen wie mangelhafte Ernährung und das Fehlen von heißem Wasser. Außerdem soll Karimov gezwungen worden sein, für ihn unnötige Antipsychotika einzunehmen, die seiner Gesundheit schaden könnten.
Anfang Februar 2007 wurde seine Verlobte, die in Kontakt mit internationalen Organisationen wie PEN steht, vor ihrem Haus von drei Unbekannten überfallen und zusammengeschlagen.
Im März 2007 wurde Karimovs Haftbefehl „überprüft“ und um ein weiteres halbes Jahr bis September 2007 verlängert. Auch diesmal wurden keine genauen Gründe für diese Haft genannt. Am 21. Mai wurde Karimov für tot erklärt, doch durch anschließende Interventionen der Britischen und amerikanischen Botschaften stellte sich heraus, dass es sich um eine gezielte Fehlinformation handelte.
Seitdem hat das Gericht, soweit die Familie informiert ist, sich nicht offiziell geäußert, warum Karimov weiterhin festgehalten wird. Trotz regelmäßiger Versicherung, dass er bald freigelassen wird, ist er nun seit über achtzehn Monaten in erzwungener psychiatrischer Behandlung. Darüber hinaus wurde die Familie wiederholt angehalten, keine Interviews zu geben und den Kontakt zu den Medien abzubrechen, wodurch zu befürchten ist, dass sein Fall in Vergessenheit gerät.
Wenn hinter Karimovs Haft politische Motive stecken, was zu vermuten ist, könnten besorgte Äußerungen auf höchster Ebene die usbekische Regierung dazu bringen, ihn zu entlassen. Zumindest aber würde es seine Bedingungen in der Psychiatrie verbessern und bewirken, dass seine Mutter und seine Verlobte in Ruhe gelassen werden.
Aus diesem Grund bittet PEN seine Mitglieder immer wieder, die sofortige Freilassung Karimovs, Ehrenmitglied des englischen PEN, zu fordern. Appelle sollten an die Usbekische Botschaft in London gesandt werden:
ME Mr. Tukhtapulat Tursunovich Riskiev
41 Holland Park
London
W11 3RP
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Article 19
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