Schriftsteller im Gefängnis
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Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).
Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05
Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org
Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen
Fall des Monats
Normando Hernández González
April 2005
Der unabhängige Online-Journalist Normando Hernández González wurde im Frühling 2003 während einer Verhaftungswelle, der ungefähr 80 vermeintliche Dissidenten zum Opfer fielen, festgenommen. Hernández, unter anderem Leiter der Camagüey Indepent School of Journalism, gehörte zu den 34 Journalisten, Schriftstellern und Bibliothekaren, die an eintägigen Verhandlungen am 3. und 4. April 2003 verurteilt wurden. Bei dem Prozess, der hinter verschlossenen Türen stattfand und den Angeklagten keine Möglichkeit gab, eine überzeugende Verteidigung aufzubauen, wurde Hernández zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Anklage berief sich auf Artikel 91 des kubanischen Strafgesetzbuchs, der sich mit Verstößen gegen „die Unabhängigkeit der territorialen Integrität des Staates“ befasst.
Hernández litt bereits zum Zeitpunkt seiner Verhaftung unter extrem hohen Blutdruck. Am 31. August 2003 begann er einen Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren; Berichten zufolge wurde er in Isolationshaft gehalten. Später wurde Hernández ins Gefängnis „Kilo 5 ½“ in Pinar del Rio verlegt. Nachdem er in Januar eine Beschwerde gegen den Sicherheitschef des Gefängnisses eingereicht hatte, wurde er laut Berichten mit anderen gefährlichen und psychisch instabilen Gefangenen in eine Zelle von zwei Quadratmeter Größe gesperrt.
Hernández hat während der gesamten Haft couragiert Widerstand geleistet. Am 7. Mai 2004 wurde er in Block 8 verlegt – einer Abteilung, in der gewöhnliche Kriminelle einsitzen -, wo er wegen Anti-Castro-Slogans verprügelt wurde. „Nachdem Normando ‚Nieder mit Fidel!’ gerufen hatte, wofür man ihn brutal zusammengeschlagen hatte, schleppten ihn der Gefängnisdirektor und drei Mitarbeiter gewaltsam hinaus und verlegten ihn in einen Trakt mit 106 kriminellen Gefangenen, die sich in einem jämmerlichen und unmenschlichen Zustand befanden“, erklärt seine Frau, Yaria Reyes. Aus Protest gegen diesen Transfer begann Hernández einen zweiten Hungerstreik, bei dem er von zwei anderen Gefangenen unterstützt wurde.
Im November 2004 erfuhr Reyes, dass ihr Mann einer chronischen Diarrhöe zur Folge stark an Gewicht verliere. Sein Gesundheitszustand hat sich in der Haft stark verschlechtert und ist besorgniserregend. Im September 2004 wurde er für einen kurzen Zeitraum ins Hospital verlegt. Außerdem leidet er unter einer nicht näher bestimmten Herzkrankheit.
Appelle bitte an:
Seine Exzellenz Fidel Castro Ruz
Präsident von Kuba
c/O Cuban Mission to the United Nations
New York, NY
Vorhergehende Fälle
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Links zu Medien- und Meinungsfreiheit
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Article 19
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Human Rights in the Internet
Human Rights Watch (New York)
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