Autoren-Magazin

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Zitat des Tages: »Ich hatte immer nur schreiben wollen.« – Paul Auster

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Kareem Amer, Ägypten

Juni 2008

Am 22. Februar 2007 wurde der Blogger Abdel Kareem Nabil Suleiman, auch bekannt als Kareem Amer, wegen Diffamierung von  Präsident Mubarak und Beleidigung des Islam zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Amer, ehemaliger Student der Al-Azhyar-Universität und bekannt für seine kritischen Äußerungen zum Islam und seinen religiösen Oberhäuptern, wird laut Berichten  derzeit in Einzelhaft gehalten. Bisher hat Kareem trotz der Haft unter schlechten Bedingungen keine seiner im Internet veröffentlichten Meinungsäußerungen revidiert.

Kareem Amer wurde am 7. November 2006 in Alexandrien vor Gericht gestellt, nachdem er in seinem Weblog persönliche Ansichten über den Islam veröffentlicht hatte. Ihm wurde „Anstiftung zum Hass gegen den Islam“ und „Verbreitung von Gerüchten, die die öffentliche Ordnung stören“ vorgeworfen. Sein Prozess begann am 18. Januar 2007, am 22. Februar 2007 wurde er für die „Verunglimpfung des Islam“ und „Diffamierung des ägyptischen Präsidenten“ zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Vorwurf der „Verbreitung von Äußerungen, die die öffentliche Ordnung stören“, wurde fallengelassen. Das Berufungsgericht bestätigte am 12. März 2007 das Urteil.

PEN spricht sich entschieden gegen dieses Urteil aus verlangt die sofortige und bedingungslose Freilassung Kareem Amers. Wir sind außerdem sehr besorgt um seine körperliche Unversehrtheit, da er zahlreiche Morddrohungen erhalten hat und in der Haft laut Berichten geschlagen und misshandelt worden ist. In einem Brief, den Amer Anfang November 2007 aus dem Gefängnis schickte, schrieb er, er sei auf Anweisung eines Untersuchungsbeamten im Borg Alarab Gefängnis von einer Gefängniswache und einem Mitinsassen zusammengeschlagen worden. Anschließend sei er in eine Disziplinarzelle verlegt worden, wo er weitere Misshandlungen erlitten und zu wenig Nahrung und Wasser erhalten habe. Dies sei geschehen, nachdem er der Gefängnisaufsicht Korruption vorgeworfen habe.

Die Verurteilung Kareem Amers ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, die der von Ägypten unterzeichnete Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte garantiert. PEN fordert daher die ägyptische Regierung auf, seine Presse- und Veröffentlichungsrechte sowie das Strafgesetzbuch zu überarbeiten, da Paragraphen, die Diffamierung und Beleidigung unter Strafe stellen, weltweit missbraucht werden, um legitime Kritik zum Verstummen zu bringen.

Am 14. März 2007 erhielt Kareem Amer in Abwesenheit den Index/Hugo Young Award. Mit diesem Preis werden Journalisten ausgezeichnet, die sich im Kampf für das Recht auf freie Meinungsäußerung auszeichnen.
Kareem Amer ist Ehrenmitglied des Englischen und Amerikanischen PEN.
Appelle zur seiner Freilassung sollten an die ägyptische Botschaft in London gesandt werden: 

HE Mr Gehad Refaat Madi
Embassy of the Arab Rebublic of Egypt
26 South Street
London W1K 1DW
Fax: 020 7491 1542

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Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

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Article 19

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Human Rights Watch (New York)

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