Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich hatte immer nur schreiben wollen.« – Paul Auster

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Pedro Argüelles Morán, Kuba

Juli 2008

Pedro Argüelles Morán war Herausgeber der Cooperativa Avilena de Periodistas Independientes (CAPI) und Mitarbeiter der CubaPress, Cuba Free Press und Nueva Prensa, alles Publikationen, die für ihre Kritik am Regime des früheren Präsidenten Fidel Castro bekannt waren. Am 18. März 2003, während des sogenannten Schwarzen Frühlings, wurde er als vermeintlicher Dissident verhaftet.
In einem eintägigen Verfahren, das hinter verschlossenen Türen stattfand und Pedro Argüelles Morán keine Zeit ließ, eine überzeugende Verteidigung aufzubauen, wurde er nach Paragraph 88 des kubanischen Rechts zu zwanzig Jahren Haft verurteilt.
Schon zuvor war Argüelles, der seit 1992 als Journalist arbeitete, in Konflikt mit der Regierung geraten. Er war mehrmals festgenommen und 1998 wegen „Beleidigung“ angeklagt worden, weil er versucht hatte, Informationen über Menschenrechtsverletzungen aus dem Gefängnis zu schmuggeln, in dem er wegen politischer Aktivitäten einsaß. Es kam zu keinem Prozess, doch er wusste, dass ihm eine zweijährige Haftstrafe bevorstehen konnte.

Wie es oft bei politischen Gefangenen der Fall ist, bei denen die Gefängniswachen besonders hart durchgreifen, hat sich auch Argüelles Gesundheitszustand in den fünf Jahren seiner Haftzeit bedenklich verschlechtert. Laut unseren Informationen leidet er an Leberentzündung und an beidseitiger Linsentrübung, wodurch er praktisch blind ist. Außerdem soll er viel Gewicht verloren haben. Im April 2007 wurde er in ein Krankenhaus verlegt, wo man ihn wegen des Grauen Stars behandelte sowie Arthritis und eine gutartige Prostatavergrößerung diagnostiziert.

Argüelles ist in den vergangenen Jahren immer wieder in andere Anstalten gebracht worden und soll nun im Canaleta-Gefängnis in Ciego de Avila sitzen. Laut Berichten wurde ihm während seiner Haft nicht nur Besuche verweigert, sondern auch die Medikamente vorenthalten, die seine Familie ihm ins Gefängnis gebracht hatte. Am 16. Juni 2007 begann er einen Hungerstreik, um sein Recht auf die Medikamente durchzusetzen.

Der englische PEN ist der Ansicht, dass die Verurteilung und seine andauernde Haft einen Verstoß gegen die Menschrechte, insbesondere Artikel 19 der UN-Menschenrechtscharta darstellt. Wir drängen daher fortgesetzt darauf, dass er wenigstens für den Rest seiner Haftzeit menschlicher behandelt wird, dass er die dringend notwendige medizinische Versorgung erhält und dass Familie und Anwälte uneingeschränktes Besuchsrecht erhalten. Nichtsdestoweniger behaupten wir, dass die einzige menschliche und gerechte Lösung für ihn und für alle im März 2003 rechtswidrig festgenommenen Personen die bedingungslose Freilassung ist.

Appelle bitte an:

Raúl Castro Ruz
Presidente
La Habana, Cuba

Dr. Juan Escalona Reguera
Fiscal General de la República
Fiscalía General de la República
San Rafael 3
La Habana, Cuba

General Abelardo Colomé Ibarra
Ministro del Interior y Prisiones
Ministerio del Interior
Plaza de la Revolución
La Habana, Cuba

Sr. Felipe Pérez Roque
Ministro de Relaciones Exteriores
Ministerio de Relaciones Exteriores,
Calzada No. 360
Vedado,
La Habana, Cuba
 
Möglichweise ist es einfacher, die Appelle an die kubanische Vertretung in London zu adressieren:
HE René J. Mujica Cantelar
167 High Holborn
London
WC1 6PA

Vorhergehende Fälle

März 2009 / Februar 2009 / November 2008 / Oktober 2008 / September 2008 / August 2008 / Juli 2008 / Juni 2008 / Mai 2008 / April 2008 / März 2008 / Februar 2008 / Dezember 2007 / November 2007 / Oktober 2007 / September 2007 / Juli 2007 / Juni 2007 / Mai 2007 / April 2007 / März 2007 / Februar 2007 / Januar 2007 / November 2006 / Oktober 2006 / September 2006 / August 2006 / Juli 2006 / Juni 2006 / Mai 2006 / April 2006 / März 2006 / Februar 2006 / Januar 2006 / Dezember 2005 / November 2005 / Oktober 2005 / September 2005 / August 2005 / Juli 2005 / Juni 2005 / Mai 2005 / April 2005 /


 

Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

Amnesty International, deutsche Sektion

Article 19

Forum Menschenrechte

Freedom House (New York)

Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

Human Rights in the Internet

Human Rights Watch (New York)

Institut für Menschenrechte, Berlin

International Helsinki Federation

Index on Censorship

Instituto Prensa y Sociedad

International Freedom of Expression Exchange

Nürnberger Menschenrechtszentrum

Verein "Journalisten helfen Journalisten"