Schriftsteller im Gefängnis
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Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).
Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 900, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05
Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org
Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen
Fall des Monats
Dr. Abdul Aziz Al-Kayer
Mai 2005
Dr. Abdul Aziz al-Khayer, Arzt und regimekritischer Autor, wurde am 1. Februar 1992 in Damaskus im Zusammenhang mit seiner Mitgliedschaft in der Hizb al-`Amal al-Shuyu’i (Partei für kommunistische Aktion) verhaftet. Nach der Festnahme wurden Dr. al-Kayer und vier Kollegen (unter anderem Dichter und Journalist Faraj Bayrakdar, Ehrenmitglied des englischen PEN) drei Monate lang in Isolationshaft gehalten und Berichten zufolge wiederholt unter Folter verhört. Erst im Jahr 1995 bekam Dr. al-Kayer eine Verhandlung, bei der er zu zweiundzwanzig Jahren Haft verurteilt wurden. Das Recht, Berufung einzulegen, wurde ihm verweigert.
Bayrakdar, der bei verschiedenen Publikationen mit Dr. al-Kayer zusammen arbeitete, hob hervor, dass dessen Werk viele politische Essays und das Black Book enthielt, welches das Regime Präsident al-Assads der Korruption beschuldigt. Amnesty International berichtet, dass Dr. Al-Khayer lange vor seiner tatsächlichen Verhaftung von den Behörden gesucht wurde. Familienmitglieder wurden inhaftiert, um auf Dr. al-Kayer Druck auszuüben. Seine Frau befand sich, ohne vorherige Anklage oder Verhandlung, von August 1987 bis Dezember 1991 im Gefängnis.
Seine vier damaligen Kollegen wurden 2001 in Folge einer Amnestie des Präsidenten freigelassen; warum al-Kayer nicht dabei war, ist nicht bekannt. Trotz seiner medizinischen Kenntnisse und seinem Ruf als inoffizieller Gefängnisdoktor hat er Berichten zufolge seit über einem Jahr keine Besuche von seiner Familie erhalten dürfen. Er sitzt gegenwärtig seine Strafe im Sednaya-Gefängnis in den Außenbezirken von Damaskus ab. Sein Entlassungsdatum ist auf den 31. Januar 2014 festgesetzt.
Appelle bitte an:
Seine Exzellenz Bashar al-Assad
Präsidentenpalast
Abu Rummaneh, Al-Rashid Street
Damaskus, Syrische Arabische Republik
Fax: 00 963 11 332 3410
Vorhergehende Fälle
März 2009 / Februar 2009 / November 2008 / Oktober 2008 / September 2008 / August 2008 / Juli 2008 / Juni 2008 / Mai 2008 / April 2008 / März 2008 / Februar 2008 / Dezember 2007 / November 2007 / Oktober 2007 / September 2007 / Juli 2007 / Juni 2007 / Mai 2007 / April 2007 / März 2007 / Februar 2007 / Januar 2007 / November 2006 / Oktober 2006 / September 2006 / August 2006 / Juli 2006 / Juni 2006 / Mai 2006 / April 2006 / März 2006 / Februar 2006 / Januar 2006 / Dezember 2005 / November 2005 / Oktober 2005 / September 2005 / August 2005 / Juli 2005 / Juni 2005 / Mai 2005 / April 2005 /
Links zu Medien- und Meinungsfreiheit
Amnesty International, deutsche Sektion
Article 19
Freedom House (New York)
Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte
Human Rights in the Internet
Human Rights Watch (New York)
Institut für Menschenrechte, Berlin
International Helsinki Federation
Index on Censorship
Instituto Prensa y Sociedad
International Freedom of Expression Exchange
