Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich habe über mich geschrieben und über ein paar Menschen um mich herum.« – Judith Hermann

Schriftsteller im Gefängnis

Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).

Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 900, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05

Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org

Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen

 

Fall des Monats

Khin Zaw Win

Juni 2005

Khin Zaw Win wurde am 4. Juli 1994 am Yangon-Flughafen verhaftet, als er nach Singapur fliegen wollte. Er wurde nach dem Emergency Provisions Act (Notmaßnahmengesetz), dem Unlawful Association Act (gegen illegale Verbindungen) und dem Official Secrets Act (der die Weitergabe dienstlicher Informationen jedweder Art verbietet) verurteilt. Außerdem wurde er der Schmuggelei und des Verstoßes gegen Währungsbestimmungen beschuldigt, doch es ist wahrscheinlich, dass es sich hierbei nur um einen Vorwand handelt; um Regimekritiker festzusetzen, werden Angeklagten häufig kriminelle Straftaten vorgeworfen.

Khin Zaw Win, Zahnarzt, Dolmetscher, Student und ehemaliger Reden- und Berichtschreiber für UNICEF, sollte zum Zeitpunkt seiner Verhaftung einen Studium in Sozialpolitischen Wissenschaften beginnen. Er war zu Recherchezwecken in sein Herkunftsland zurückgekehrt.

Khin Zwa Win wurde beschuldigt, sich mit einer Gruppe Dissidenten getroffen zu haben, zu der auch die Autorin Daw San San Nwe, Oppositionspolitiker U Khing Maung Swe und der Journalist U Sein Hla Oo gehörten. Man warf ihnen vor, ausländischen Diplomaten und Journalisten „regierungsfeindlich oder regierungskritisch“ Informationen zu geben und Nachrichten zu fälschen, die sie angeblich dem Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, Yozo Yokota,  zukommen lassen wollten. Khin Zwa Win wurde außerdem beschuldigt, oppositionelle Gruppen an der birmanischen Grenze mit Nachrichten zu versorgen.

Während seiner Haft im Insein-Gefängnis in Rangun soll Khin Zaw Win zu einer Gruppe Insassen gehört haben, die unter menschenunwürdigen Bedingungen zu leiden hatten, wie aus einem Protestschreiben, das 1995 der UN zugesandt wurde, hervorging. Unter anderem wurden die Häftlinge in Zellen gehalten, die ursprünglich für Hunde gedacht waren. Darüber hinaus wurden Khin Zwaw Win seit Mai 2002 Besuche von Angehörigen untersagt. Er leidet unter gesundheitlichen Probleme, die sich durch die Haftbedingungen verschärft haben. Augenblicklich sitzt er im Gefängnis in Myitkyina, Hauptstadt von Kachin ein.
Myanmar wird von einer Militärdiktatur, dem State Peace and Development Council, SPDC, („Staatsrat für Frieden und Entwicklung“) regiert. Die Opposition besteht hauptsächlich aus der National League for Democracy, NLD („Nationale Liga für Demokratie“) mit Aung San Suu Kyi an der Spitze. 

Appelle an:

General Than Shwe
Chairman
State Peace and Development Council
Minsitry of Defence

Vorhergehende Fälle

März 2009 / Februar 2009 / November 2008 / Oktober 2008 / September 2008 / August 2008 / Juli 2008 / Juni 2008 / Mai 2008 / April 2008 / März 2008 / Februar 2008 / Dezember 2007 / November 2007 / Oktober 2007 / September 2007 / Juli 2007 / Juni 2007 / Mai 2007 / April 2007 / März 2007 / Februar 2007 / Januar 2007 / November 2006 / Oktober 2006 / September 2006 / August 2006 / Juli 2006 / Juni 2006 / Mai 2006 / April 2006 / März 2006 / Februar 2006 / Januar 2006 / Dezember 2005 / November 2005 / Oktober 2005 / September 2005 / August 2005 / Juli 2005 / Juni 2005 / Mai 2005 / April 2005 /


 

Links zu Medien- und Meinungsfreiheit

Amnesty International, deutsche Sektion

Article 19

Forum Menschenrechte

Freedom House (New York)

Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

Human Rights in the Internet

Human Rights Watch (New York)

Institut für Menschenrechte, Berlin

International Helsinki Federation

Index on Censorship

Instituto Prensa y Sociedad

International Freedom of Expression Exchange

Nürnberger Menschenrechtszentrum

Verein "Journalisten helfen Journalisten"