Schriftsteller im Gefängnis
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Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.
Wir veröffentlichen hier den jeweiligen Fall des Monats (übersetzt von Kerstin Winter).
Spendenkonto für Writers in Prison:
Nr. 130 808 901, Commerzbank Darmstadt, BLZ 508 400 05
Mehr Informationen auf: Writers in Prison Committee
www.englishpen.org
Für die Freiheit von Schriftstellern setzen sich auch ein:
Reporter ohne Grenzen
Fall des Monats
Sobirjan Yakubov
Juli 2005
Der Hurriyat(Freiheit)-Journalist Sobirjan Yakubov wurde am 11. April 2005 in Taschkent verhaftet. Drei Tage lang leugneten die Behörden, dass sie ihn festhielten, stellten ihn jedoch am 14. offiziell unter Arrest.
Yakubov wird beschuldigt, einer extremistischen religiösen Gruppe anzugehören, und wurde nach Artikel 159 des Strafgesetzbuchs von Usbekistan angeklagt, weil er angeblich versucht hat, die verfassungsmäßige Ordnung umzustürzen. Vor ihm liegen möglicherweise zwanzig Jahre Gefängnis.
Obwohl praktizierender Muslime, gilt Yakubov keinesfalls als Extremist und hat im Gegenteil sogar immer wieder über die Gefahren des Fundamentalismus geschrieben. Seine Kollegen glauben, dass die Beschuldigungen gegen ihn erfunden sind und dass er in Wahrheit wegen seiner journalistischen Arbeiten inhaftiert wurde. Unter anderem schrieb Yakubov einen Artikel über die Orangene Revolution, in dem eine Beteiligung von Regierungsbeamten am Mord des Journalisten Gongadze erwähnt und eine demokratische Reform gefordert wird.
Möglicherweise wurde der 22jährige Yakubov gefoltert, um ein falsches Geständnis zu erzwingen.
Auch Gayrat Mehliboev, ebenfalls Hurriyat-Journalist, wurde 2002 verhaftet und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wurde eine Verbindungen zur islamistischen Gruppe Hizb ut-Tahir vorgeworfen, obwohl es Beobachtern zufolge keinerlei Beweise für diese Behauptungen gab.
Die Ermordung der Demonstranten in Andijan im Mai und die Mediensperre, die die Regierung gleichzeitig über das Gebiet verhängte, macht deutlich, wie wichtig die Rolle der Redefreiheit ist; sie allein stellt sicher, dass solche Gräueltaten an die Öffentlichkeit gelangen können.
Yakubov hat seit 2001 für die Hurriyat, einer mit staatlichen Mitteln finanzierte Zeitung, geschrieben. Er wurde zuvor von Präsident Karimov für seine journalistische Arbeit ausgezeichnet. Yakubov studierte Journalismus an der Nationalen Universität von Taschkent.
Das englische PEN-Zentrum glaubt, dass der junge Autor allein deshalb im Gefängnis sitzt, weil er von seinem Recht auf Redefreiheit Gebrauch machte.
Appelle bitte an:
Präsident Islam Abdigamoevich Karimov
Rezidentsiya Prezidenta
Tashkent 70000
Republic of Uzbekistan
Fax: 00 998 71 139 5625
Vorhergehende Fälle
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Links zu Medien- und Meinungsfreiheit
Amnesty International, deutsche Sektion
Article 19
Freedom House (New York)
Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte
Human Rights in the Internet
Human Rights Watch (New York)
Institut für Menschenrechte, Berlin
International Helsinki Federation
Index on Censorship
Instituto Prensa y Sociedad
International Freedom of Expression Exchange
