Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren, Adressen.
Zitat des Tages: »Ich schreibe, weil es mir ein echtes Vergnügen bereitet.« – Michail Schischkin

Tipps für Wettbewerbe und Preise

Am wichtigsten für Ihre Bewerbung um einen Förderpreis sind die Teilnahmebedingungen. Sie sind manchmal so detailliert, dass sie selbst schon wie ein kleines Werk erscheinen.
  1. Es ist beispielsweise bei kommunalen Kultur- und Förderpreisen nicht unüblich, zu verlangen, dass der Autor seinen Wohnsitz am Ort, in der Stadt oder dem Landesteil hat. Es soll Single-Appartements geben, die als zweiter Wohnsitz und Briefkasten von einem halben Dutzend konkurrierender Literaten genutzt werden ...
  2. Auch nehmen viele Preisstifter und Institutionen keine direkten Autorenbewerbungen an. Stattdessen tritt bei anspruchsvollen Literaturpreisen beispielsweise ein Verlag für seinen Autor oder Übersetzer ein, was bereits einer Vorauswahl oder Qualitätsgarantie entspricht.
  3. Interessiert Sie eine Förderung mit Eigenbewerbung, finden Sie häufig auf der Internetseite des Anbieters die genauen Teilnahmebedingungen. Sonst bitten Sie mit freigemachtem Antwortkuvert um die Ausschreibungsunterlagen.
  4. Genre und Thema sind wichtig: Hier geht es nicht um ein "kann", sondern ein striktes "muss" für Ihren Manuskriptinhalt. Lassen Sie also die guten alten Texte von vor ein paar Jahren in der Schublade. Das gilt auch für Lyrik-Einsendungen, die bei Prosawettbewerben unbeachtet bleiben.
  5. Ein Literaturwettbewerb ist keine Job-Bewerbung mit graphologischer Schriftprobe - schreiben Sie nur das Nötigste von Hand: die Unterschrift. Halten Sie sich an die Bedingungen, was die Zahl der gewünschten nur mit Nummern oder auch blattweise mit Ihrem Namen versehenen Kopien angeht.
  6. Ein Tipp für Debüt-Bewerber: Interessieren Sie sich bei Wettbewerben für die Namen vorheriger Preisträger und deren Beiträge, um zu sehen, ob Sie mit Ihrem Text das Niveau erreichen.
  7. Die Jury ist keine Prüfungskommission, sie bewertet nicht jedes Manuskript, sondern nur die, die in die engere Auswahl gekommen sind. Die Jury hat, ähnlich wie die Literatur-Kritik, immer recht. Protestbriefe sind zwecklos.
  8. Besuchen Sie zwischendurch www.autoren-magazin.de, wenn Sie sich über neue Preise und Wettbewerbe informieren möchten!
  9. Zum Trost: "Manche von Ihnen hatten wir immer wieder in der Endausscheidung, und trotzdem sind Sie bei uns an irgendwelchen Kleinigkeiten immer wieder gescheitert. Dafür gebührt Ihnen unser besonderer Respekt." (Aus einem Brief an die Leser der "Stuttgarter Zeitung", die an einem Sommerkrimi-Wettbewerb teilgenommen hatten.)