Autoren-Magazin

Unabhängige, kritische Informationen von Manfred Plinke für Autoren mit aktuellen News, Meinungen, Tipps, Seminaren.
Zitat des Tages: »Die Rituale, mit denen man sich aufs Schreiben vorbereitet, versetzen einen in einen tranceartigen Zustand. « – John Barth

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Landgerichte Deutschlands, bitte vor Erlass einer einseitigen Verfügung lesen:
Urteil Oberlandesgericht Frankfurt: Keine Wettbewerbsabsicht - kein UWG Autoren-Magazin ist grundsätzlich ein redaktionelles Medium (Az: 6 U 154/06)


Zuschussverlage u.a. Unternehmen und Vereine

Wer einen Verlag sucht, sammelt Absagen. Sogar Erfolgsautoren mußten sich anfangs sagen lassen, daß ihr Manuskript nicht geeignet, nicht literarisch, nicht passend, nicht zeitgemäß sei. Da sind Schreiben von Unternehmen, die das Werk preisen und loben, wahrer Balsam für den verletzten Autorenstolz. Doch Vorsicht: Irgendwo entdecken Sie dann im Text die Anmerkung, daß Großverlage leider "neue" Autoren nicht mehr förderten. Man selbst dagegen wolle edelmütig dem Nachwuchs eine Chance geben. Das aber erfordere leider, leider einen Druckkostenzuschuß. Keine Sorge: der ließe sich bald verdienen, wenn das Buch erst einmal die zweite und dritte Auflage erreicht hätte. Das großzügige Autorenhonorar spiele den Einsatz von 10 oder 20 000 Euro schnell wieder herein. Welcher Autor wollte schon daran zweifeln, daß sein Buch keine zweite Auflage erlebt?! Allerdings ist eine zweite Auflage in der Verlagsbranche ohnehin nicht die Regel, bei solchen Projekten selten.

Ein Zuschussunternehmen ist kein „Dienstleisterverlag“  - ein Oxymoron, eine in sich widersprüchliche Wortkombination, denn ein Dienstleister wird beauftragt und vom Auftraggeber bezahlt, ein Verlag legt alles vor, üblicherweise auch den garantierten Vorschuss auf das Autorenhonorar. Daher auch der Wortursprung: Verlag kommt von Vorlegen.

 Siehe auch: Aktionsbündnis für faire Verlage

Doch Vorsicht: Irgendwo entdecken Sie dann im Text die Anmerkung, daß Großverlage leider "neue" Autoren nicht mehr förderten. Man selbst dagegen wolle edelmütig dem Nachwuchs eine Chance geben. Das aber erfordere leider, leider einen Druckkostenzuschuß. Keine Sorge: der ließe sich bald verdienen, wenn das Buch erst einmal die zweite und dritte Auflage erreicht hätte. Das großzügige Autorenhonorar spiele den Einsatz von 10 oder 20 000 Euro schnell wieder herein. Welcher Autor wollte schon daran zweifeln, daß sein Buch keine zweite Auflage erlebt?! Allerdings ist eine zweite Auflage in der Verlagsbranche ohnehin nicht die Regel, bei solchen Projekten selten.

In der Berliner Stadtzeitung "Scheinschlag", die wegen ihrer journalistischen Qualität selbst vom Hänsel-Hohenhausen-Zuschussbetrieb geschätzt wird, ist ein vergleichender Artikel erschienen:  Scheinschlag 

Wer also von der Umkehrung des Honorar-Prinzips nicht abgeschreckt ist, sollte vor der Unterschrift den Vertrag kritisch durchgehen: Schwammige Formulierungen haben nichts in einem Vertrag zu suchen.

Über News aus der Szene der Zuschuss- und Pseudoverlage und anderer Organisationen informiert sie die News-Seite.

Mehr über Zuschussbetriebe aus einer Publikation von Herrn Dr. Markus Hänsel-Hohenhausen hier: Insider-Zitate

Wir klären seit vielen Jahren Autoren über die Geschäftspraktiken mancher Pseudoverlage auf. Deshalb werden wir massiv angegriffen, auch mit üblen Verleumdungen, die als „Glosse“ oder „Rezension“ getarnt und denen deshalb nur schwer mit rechtlichen Mitteln beizukommen ist. Auffällig ist, wie oft dabei von der Brentano Gesellschaft Frankfurt m.b.H., einem Hänsel-Hohenhausen-Unternehmen Scientology ins Spiel gebracht wird.

Mehr über die Kampagne der Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe (Fouque, Cornelia Goethe, August Goethe Verlag u.a.), der dubiosen World Writers Association, des Bund Deutscher Schriftsteller u.a. gegen uns: Kampagne

Wir klären seit vielen Jahren Autoren über die Geschäftspraktiken mancher Pseudoverlage auf. Wer uns kennt, weiß, dass wir uns auch von Zuschusskonzernen und angeblichen Autorenverbänden nicht einschüchtern lassen und Autoren auch in Zukunft kritisch informieren werden.



Alternativen - ein Vergleich

Verlegen kommt von Vorlegen (aus dem Jahrbuch für Autoren 2005/2006)



Sind Books-on-Demand-Verlage – Zuschussverlage?

»Die Packer in normalen Verlagen schicken die Bücher an die Buchhandlungen, Luciano schickt sie nur an die Autoren. Manuzio interessiert sich nicht für die Leser … ohne Leser kann man durchaus überleben.« In diesem kurzen Zitat aus Umberto Ecos Das Foucaultsche Pendel steckt die Konzeption des Druckkostenzuschussverlags Manuzio und seiner Kollegen, auch in Deutschland: Sie vertreiben nicht Bücher, sondern erfüllen Träume, befriedigen Eitelkeiten und verdienen damit reichlich an den Autoren. Das Ungleichgewicht von Autoren, die sich gedruckt sehen möchten und wählerischen Verlagen begünstigt Unternehmen, die mit Kleinanzeigen auf Autorensuche sind. Nach der x-ten Verlagsabsage sind die Komplimente der so genannten »Lektoratskonferenz« solcher Unternehmen wie Balsam für die verletzte Autorenseele. Aber selbst verträumte Schriftsteller wachen spätestens dann auf, wenn es darum geht viel Geld zu bezahlen, sollte man meinen. Für Newcomer im Literaturbetrieb ist es aber nicht einfach, das Netzwerk undurchsichtiger Unternehmen und so genannter Autorenverbände, die sich gegenseitig stützen und weiterempfehlen, zu durchschauen.

Wie unterscheiden sich klassische Buchverlage von den anderen, welches sind die klassischen Verlagsleistungen? Und welche Aufgaben übernimmt der Autor als Selbstverleger? Die folgende Übersicht ermöglicht einen allgemeinen Vergleich.

Der klassische Buchverlag
Bevorzugt wird immer noch die Veröffentlichung in einem klassischen Buchverlag. Der Autor profitiert vom Verlagsimage und dem Verlagsprogramm, in dem sein Buch erscheint, sofern es ein Verlag mit gutem Ruf ist – und den hat nicht nur ein Großverlag sein. Kleinere Verlage sind für ihre Autorenbetreuung und langfristige Programmpflege bekannt.

Pseudoverlage
Verlegen kommt von Vorlegen: Damit ist nicht gemeint, dass Autoren, die bereits Monate oder Jahre in die Arbeit an ihrem Werk investiert haben, auch noch die Kosten für Herstellung und Vertrieb vorlegen. Unternehmen für Drucke, die der Autor bezahlt, werden meist als Zuschussverlage bezeichnet. Ein treffenderer Begriff ist m.E. Pseudoverlag, der erstmals 1996 im Deutschen Jahrbuch für Autoren verwendet wurde, denn tatsächlich verlangen sogenannte Zuschussverlage meist weit mehr als die Druckkosten. Solche Unternehmen kehren das Verlagsprinzip um: Sie honorieren nicht den Autor, sondern lassen sich von ihm bezahlen. Verlegen kommt aber von Vorlegen. In manchen Verträgen steht auch noch, dass der Autor, der zum Beispiel für den Vertrieb seiner Bücher selbst sorgt, diese großzügigerweise mit Rabatt vom »Verlag« erwerben darf, obwohl er sie bereits vorher schon bezahlt hat. So wird er quasi selbst zu seinem besten Kunden.
Gegen solche Unternehmen wäre weniger einzuwenden, wenn sie bei Autoren nicht den Eindruck erzeugen würden, dass sie für ihr Geld die Leistungen eines klassischen Verlags erhielten, vor allem auch eine umfassende Vertriebsleistung. Das erklärt, warum sich solche Unternehmen um ein Image als großer renommierter Verlag bemühen und sich mit klangvollen literarischen Namen und Mitgliedschaften schmücken oder als Spender für wohltätige Zwecke auftreten. 



Books on Demand
Wenn ein Autor, wie kürzlich geschehen, stolz sein Buch vorzeigt und erklärt, es sei »bei BoD erschienen« und der »BoD-Verlag« habe sein Buch »herausgebracht« sei ihm der Irrtum nachgesehen: Auf der Umschlagrückseite seines Buchs stand »Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH Norderstedt«.

Verlag oder nicht Verlag?
Tatsächlich tragen Autoren, die »Bücher auf Nachfrage« von einer Digitaldruckerei produzieren lassen, alle Kosten für ihr Buch, angefangen vom Lektorat, Korrektorat über Satz, Layout und Covergestaltung bis zum Marketing, wenn sie nicht selbst dafür sorgen. Werbematerial, Messepräsenz und andere Dienstleistungen kann man bei manchen Anbietern gegen Bares buchen und wenn der Autor bei Auftragserteilung 100 Exemplare seines Buchs mitbestellt, muss er die natürlich auch bezahlen. Alles Leistungen und Kosten, die ein klassischer Buchverlag ganz selbstverständlich trägt, unabhängig von der Höhe des Honorars oder des Abrechnungsmodus’. Auch der Hinweis auf die Anbindung an ein Buchgroßhandelsunternehmen wie die BoD-Muttergesellschaft Libri spielt bei dieser Betrachtung eine untergeordnete Rolle: Denn es nützt dem Autor zunächst wenig, dass sein Buch in Datenbanken mit Hunderttausenden von Büchern gelistet ist, wenn niemand erfährt, dass es sein Buch gibt.
Wir haben ein von BoD selbst verlegtes Buch bei einem Internetbuchhändler bestellt, das erst nach 12 Tagen eingetroffen ist – viel zu lang, für verwöhnte Buchkäufer, die Über-Nacht-Lieferungen gewöhnt sind. Da ist jeder kleine Selbstverleger schneller, der übrigens auch bei Amazon.de, dem größten Internetbuchändler, sein Buch selbst anbieten und verkaufen kann, wie Britta Schwarz in ihrem Ratgeber So verkaufen Sie Ihr Buch empfiehlt. Für Werbung und Vertrieb ist der Autor selbst verantwortlich, das wird ihm spätestens dann klar, wenn sich sein Buch nicht verkauft.
Mit dem Digitaldruck sind Books-on-Demand-Unternehmen entstanden, die sich Verlag nennen, deren Leistungen jedoch kritisch besehen nicht anders als die von Zuschuss- oder Pseudoverlagen sind, mit dem entscheidenden Unterschied, dass ein Buch nicht 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro kostet, sondern vielleicht nur 1.000 oder 2.000 Euro. Auch sind Book-on-Demand-Unternehmen mit vollmundigen Vertriebsversprechungen eher zurückhaltend und in der Kundenwerbung gehen sie meist nicht aggressiv auf Autorenfang aus: Die Druckereileistung, das Dienstleistungsangebot rund ums Buch, steht im Vordergrund.
Books-on-Demand-Angebote bedeuten für Autoren, sich wie Selbstverleger um den Vertrieb des Buchs kümmern zu müssen, aber die Produktion, eventuell auch Lagerung und Auslieferung nicht selbst übernehmen zu müssen. Digitaldruckereien und andere Dienstleister gibt es inzwischen in jeder größeren Stadt.


Der Selbstverlag

Wer glaubt, dass der Selbstverlag eine Notlösung sei, ist nicht der geborene Selbstverleger: Zu dieser Aufgabe gehören Enthusiasmus und Interesse an den vielfältigen Aufgaben, sonst ist das Ergebnis unbefriedigend.
Wann denkt ein Autor daran, sein Werk selbst zu verlegen? Wenn er die Verkaufsmöglichkeiten für so gut hält, dass er den Verlagsgewinn selbst erzielen möchte, wenn er die Nutzungsrechte an seinem Werk nicht verlieren will oder wenn etablierten Verlagen die absetzbare Auflage zu niedrig erscheint. Der Autor oder die Autorin bringt also das eigene Werk auf eigene Kosten heraus und trägt selbst die Verantwortung für Gelingen und Publizität. Typisch für den Selbstverlag ist, dass nur ein Werk des Autors erscheint und der Verlag nebenberuflich geführt wird. Wer Freude daran hat, setzt seinen Selbstverlag fort, bringt vielleicht sogar das Buch eines anderen Autoren heraus.
Die Chancen sind unterschiedlich, je nach Genre und Thema. Häufig werden Fach- und Sachbücher selbst verlegt, zumal dann, wenn die Zielgruppe leicht erreichbar ist und das Internet als eigene Vertriebsplattform genutzt werden kann. Wichtig ist, dass der Selbstverleger auf professionelle Qualität bei Inhalt und äußerer Erscheinung achtet. Nur so verbessert er seine – wenn auch geringe – Chance, im Buchhandel beachtet zu werden.
Der Digitaldruck ist die beste Möglichkeit für den Selbstverlag, sein Risiko zu begrenzen: Es wird nur eine kleine Auflage gedruckt und es kann jederzeit nach Bedarf nachgedruckt werden. Die Kombination von Offsetdruck für den Umschlag und Digitaldruck für den Inhalt ermöglicht gut gestaltete und gedruckte Umschläge und erhält weitgehend die Vorteile des Nachdrucks unmittelbar nach Bedarf. Digitaldruck bedeutet für den Selbstverleger: keine Bücherberge in der Wohnung, kein gebundenes Kapital, große Flexibilität durch schnelle Aktualisierungen.
Der entscheidende Vorteil gegenüber Angeboten von Books-on-Demand-Dienstleistern liegt in der Entscheidungsfreiheit: Der Autor behält alle Rechte, trifft alle Entscheidungen, hat die vollständige Kontrolle über das gesamte Projekt. Lange Lieferzeiten wie bei manchen Anbietern, schwerfällige Verwaltung wie in großen Unternehmen – auf das alles kann ein Selbstverleger gerne verzichten. Und wenn es gut läuft: The winner takes it all!